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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 58

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 58 (sequence 6)
Language
German
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08 Dio Vorlesungen Harnacks über das Wesen des Christenthums. nur von dem Lohne derjenigen, die ihm nachfolgen, d. h. an ihn, als Messias, glauben. Diese werden, auch wenn sie ihr Leben um seinetwillen verlieren, es in dem mit seiner ׳Wiederkunft au erwartenden Gottesreiche wieder finden. Und dieses Gottesreich selbst verkündigt er als so bald bevorstehend, dass einige seiner Jünger noch lebend in dasselbe eintreten werden. Derjenige aber, der sein Leben retten will“, d. h, Jesus verleugnet, ״wird es verlieren“. Harnack gibt sonach diesen Worten eine ihrem Sinne fremde allgemeine Deutung und fährt sodann fort: ״Wie anders lehrten darüber . die Griechen. Gewiss, das hohe Lied des Geistes hat schon Plato gesungen, ihn von der gesammten Welt der Erscheinung unterschieden und seinen ewigen Ursprung behauptet. Aber er meinte den erkennenden Geist, stellte ihn der stumpfen und blinden Ma- rerio gegegenüber und seine Botschaft galt den Wissenden. Jesus Christus rufe jeder armen Seele, er ruft Allen, die Menschenantlitz tragen, zu: ״Ihr seid Kinder des lebendigen Gotte und nicht nur besser als viele Sperlinge, sondern wertvoller als die ganze Welt“. Es ist schwer, diesen Gedanken aus den oben angeführten Worten Jesu heraussulesen. Wohl aber tritt er deutlich und klar aus den ersten Blättern der Bibel uns entgegen, aus den Worten ״es schuf Gott den Menschen in seinein Ebenbilde“.. Zur Höhe, zu den höchsten Werken Gottes blickt der Psalmist, um einen Massstab für den Werth und die Bedeutung des Menschen zu gewinnen. Zum Himmel, zum Mond und den Sternen hinauf weisend fragt er, ״was ist der Mensch, dass du sein gedenkest, der Erdensohn, dass du auf ihn siehst?“ Und er antwortet: du hast ihn den göttlichen Wesen wenig nachgeaetzt, mit Herr-, iichkeit und Würde ihn gekrönt, lassest ihn herrschon über die "Werke deiner Hände, hast Alles ihm zu Füssen gelegt“. Und die liebevolle Fürsorge Gottes wird mit den Worten gepriesen: ״Vom Himmel b lick e tr der Herr herab, schaut auf alle Menschenkinder. Von der Stätte seines Thrones achtet er auf alle Bewohner der Erde, er, der insgesammt ihre Herzen bildet, merket auf alle ihre Thaten“1). Harnack gibt somit einer alten Lehre hur eine neut es tam en t a r i8 che, nichts weniger als zutreffende A uf 8 c hr ift l) 1. B. M. 1, 26 f. Ps. 8, 4 ff. 38, 13 ff.

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