Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 57

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 57 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829768-2829770-2845751--31840-2845824
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Di« Vorlesungen Harnacks über das Wesen des Christonthums. 57 Y orsehung Gottes in dem Spruche angegeben: ״Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig P Doch fallt derselben keiner auf die Erde ohne euren Yater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupte gezählt״. Auch diese Worte hat Jesus nur an seine Jünger gerichtet, dass sie sich nicht fürchten sollen auf dem Wege, den er sie gesendet1). Die Lehre von Gottes Vorsehung selbstaber durchzioht dio ganze heilige Schrift, sie beherrscht die Reden der Propheten. Sie wird in .ergreifender Weise den Bedrückten gegenüber verkündigt: ״Es schauet der Herr von seiner heiligen Höhe, blicket vom Himmel zur Erde, zu hören das Seufzen des Gefangenen, zu befreien die dem Tode Verfallenen״. Diese Lehre wird ausgedehnt auf das Walton Gottes in der Natur und auf seine Fürsorge für alle Geschöpfe• Es preist der Psalmist den, ״der den Himmel bedecket mit Wolken, der Erde Regen bereitet, das Gras auf den Bergen horvorspriessen lässt,, der dein Vieh seine Speise gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen5*״). Aus diesen Vorstellungen wurde sodann der Begriff ״Vorsehung״ gebildet, der uns in der griechischen Form 77p6v01GC erstmals in den Apokryphen5) entgegentritt. ״Endlich״, sagt Harnack, ״er hat das Höchste in Bezug auf den Werth des Menschen gesagt, indem er gesprochen: ״Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele?״ ״Wer zu dem Wesen, das Himmel und Erde regiert, mein Vater sagen darf, der ist damit über Himmel und Erde erhoben und hat selbst einen Werth, der höher ist als das Gefüge der Welt״. Pis ist lehrreich, zu dem von Harnack angeführten Verse4) noch die zwei folgenden zu lesen: ״Denn des Men* - sehen Sohn soll kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und alsdann wird er einem Jeden vergelten nach seinem Thun. Wahrlich, ich sage euch, es sind etliche unter denen, die hier stellen, welche den Tod nicht schmecken werden, bevor sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich״, Nicht von dem Werthe der Menschenseele an und für sich spricht also Jesus, sondern נ) Matth. 10, 29. Lucas 12, 6. , a) P*. 102, 20 ff. 147, 7 ff. Vgl. noch P8. 83, 13 f. 104, 10 ff, '145, 8 ff. Job. <5. 38. a) Weisheit Salomo’s 14, 3. 3. B, Makk. 4, 21. ף Matth. 16, 26.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.