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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 52

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
Das Judenthum im neutestamentlichen Zeitalter in christlicher Darstellung
Date
1903-01-01
Page
Seite 52 (sequence 15)
Language
German
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I f)2 Das Juilenthum im neutestaraentl. Zeitalter in ckristl. Darstellung. ohne welche der Mann ja nicht die Scheidung beantragen wird, ea auf das Motiv dieser Abneigung nicht weiter ankommt, weil 08 el>on die sittliche Bedeutung der Ehe erfordert, dass Ehegatten, die nun einmal nicht zusammen leben mögen, nicht zwangsweise zusammcngehalfcen ־werden. Diesen Standpunkt nehmen jetzt die Ehegesetzgebungen der meisten modernen Culturstauten ein, in denen das Christenthum die herrschende Religion ist. Wenn man ihnen gleichwohl eine sittliche Auffassung der Ehe zubilligt, warum sie llillel und Akiba versagen? Diese hätten ja P8. 128 und Prov, 31 ganz vergessen haben müssen, um nicht die höchste Auffassung von dem Wesen der Ehe zu haben. Ich bin mir bewusst, dass ich deshalb, weil ich die Rabbinen gegen den Vorwurf der mangelnden ״tieferen sittlichen Auffassung von der Ehe“ vertheidige״ noch lange nicht in den ״panegyrischen Ton“ verfalle, wie Schiatter (Jochanan ben Zalckai 1, Anm. 1) von den über diesen Tännai handelnden jüdischen Autoren in Bausch und Bogen sagt, aber man bedenke die zahlreichen talnuxdischen und haggadischen Sentenzen von der hohen Bedeutung der Frau, der Ehe und des häuslichen Glückes, man bedenke ferner, dass im Mittelalter, um von der Gegenwart zu schweigen, das eheliche und Familienleben der Juden ein musterhaftes war. An eine ״Rückwirkung des Christenthums“ ist doch auch in diesem Punkte nicht zu denken, denn ein Sachkenner wie Weinhold (Die deutsehen Frauen in d. Mittelalter S. 179) bemerkt über das Eheleben der christlichen Gesellschaft: ״Von beiden Seiten wurde die Ehe mit Füssen getreten. Das ist ein trauriger Vorwurf, den wir der feinen Gesellschaft des Mittelalters machen müssen, denn wo die Ehe aus den sittlichen Fugen ist, da fallt die GesammtheH*. Es war vielmehr einzig und allein die Anschauung der Rabbinen von-der Ehe, die sich in der Häuslichkeit der Juden so glänzend bewährte. Kann man anges’chts dieses Sachverhalts dem absprechenden Urtheil Boussets oder der Ansicht Schürers (das.), der die angeführte rabbinische Auslegung der biblischen Bestimmung über di© Ehescheidung eine ״laxe“ nennt^ auch nur einen Schatten von Wissenschaftlichkeit beimessen? Ich bin auf den Fall der Ehescheidung näher eingegangen, weil er ein Schulbeispiel für die oft himmetschieiend oberflächliche Christliehe Beurtbeilung der rabbinischen Lehre bildet, worin Schürer ’ (das. S. 494) sich soweit verateigt, in der rabbi*

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