Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Judenthum im neutestamentlichen Zeitalter in christlicher Darstellung
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 16)
- Language
- German
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1)118־ Judenthum im neutestamentl. Zeitalter in christl. Darstellung. 5# nischen Behandlung der Eeinigungsgcsetze ,,viel Aehnlichkeit mit der schlüpfrigen Casuistik der Jesuiten“ zu finden, und die Harnack (Lehrb. der Dogmengeschichte III 3 67) nicht vor dem gewagten Unternehmen zurückschrecken lässt, den Probabilismus der Bettel-Orden-Theologen auf’ die Pharisäer und Tal!midisten zurückzuführen. Als ob die Jesuiten und Bettel- Orden-Theologen sich zu dem Talmud und nicht vielmehr zu. dem Evangelium bekannt hätten! Es ist keine besondere Anerkennung für das Evangelium, wenn behauptet wird, dass die Anschauung so grosser und einflussreicher christlicher Vereinigungen, wenn auch nur in einem bestimmten Punkte, Aehnlichkeit mit oder Beziehung zu dem Talmud habe, eher ist es eine Anerkennung für den Talmud, die or aber ablehnt. In jedem Palle zeigt die gewiss nicht beabsichtigte Consequenz, dass hier etwas nicht in der Ordnung sein muss. Es handelt sich um ein Grundübel, auf das man den Finger legen muss, und dieses besteht darin, dass die christliche Betrachtungsweise der jüdischen Religion des noutestamentliehen Zeitalters von Voraussetzungen ausgeht, die jede wissenschaftliche Erkenntniss derselben unmöglich machen und nothwendig zu falschen Resultaten führen. Den Beweis für dieso Behauptung wird eine nähere Auseinandersetzung erbringen. (Fortsetzung folgt). Die Vorlesungen ß. Jternacks über bas ,Wesen des Christenthams. Besprochen von br. Jos. Eschelbacher, (Fortsetzung von Jahrg. 40, S. 427). IV. Von dem zweiten Gedankenkreise, den er aus der Predigt Jesu hervorhebt, sagt Ilarnack (S. 40 fi) : ״Unmittelbar und deutlich lässt sich für unser heutiges Vorstellen und Empfinden die Predigt Jesu in dem Kreise der Gedanken erfassen, der durch Gott den Vater und durch die Verkündigung vom unendlichen Werth der Menschenseele bezeichnet ׳ ist.״ ״Beide sind zusammengehalten durch den Gedanken der Gotteskindschaft.“ Er ist ganz besonders ausgesprochen in dem Gebete ״Vater-Unser“. ״Es gibt nichts in den Evangelien, was uns sicherer sagt, was Evangelium ist und welche