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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 48

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
Das Judenthum im neutestamentlichen Zeitalter in christlicher Darstellung
Date
1903-01-01
Page
Seite 48 (sequence 11)
Language
German
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48 Das Jmlenthum im neutestamentl. Zeitalter in christl. Darstellung. entschuldigen vermag, wenn sie über das Ziel hinaus.schiessen, was doch thatsäehlich der Fall und in den angeführten Bemerkungen floltzmanns und Boussets zugestanden ist. B. beweist auch dieselbe Unbefangenheit hinsichtlich der Sacramente bei Vergleichung des Judenthums und Christenthums S. 184: ״Im ganzen und grossen kennt die Synagoge das Sacrament nicht. Der Charakter seiner officiellon ׳ Vertreter war zu nüchtern und rational, das Streben ihrer Frömmigkeit zu ernst und zähe, als dass man künstliche Krücken und Surrogate der Frömmigkeit im Sacrament gesucht hätte. Dem Judenthum in seiner Abgeschlossenheit wurde es leicher, sich des Sacraments zu erwehren, als dem jungen in die Weh eindringende(n) Ohristenthum, das mit der Aufnahme des Sacramontswesens der es umgebenden religiösen Welt seinen Tribut zahlte“. Diese Aeusserungen zwingen zu der Anerkennung, dass hier das Werk eines Gelehrten vorliegt, der sich nicht in ausgetretenen Geleisen bewegt, der selbständig und nach Kocht und Billigkeit urthailt. Ganz Ireilich hat sich B. der Betrachtungsweise, welche christliche Forscher bisher dem Judenthuni des neutestamentlichen Zeitalters gewidmet haben, nicht entschlagen können. E3 mag dies ja seine grossen Schwierigkeiten haben, aber die Thatsache verhält sich so, wie man auch bei Anderen, die tiefer zu blicken und gerechter zu urtheilen sich bemühen, beobachten kann. Aber gerade weil B. hierin am weitesten geht, tritt sie bei ihm um so schärfer hervor, und sie äussert sich derart, dass eine Bemerkung der anderen widerspricht, ein Urtheil das andere auf hebt. Schon darin, dass er die Un- Wahrhaftigkeit .auf Grund der Evangelien eine ״Untugend des jüd.. Volkes“ nennt, stellt er sich in Gegensatz za seiner Bemerkung, dass die Polemik der Evangelien keine unbedingte Geltung beanspruchen könne. Hier seien noch einige andere Beispiele angeführt: S. 110 sagt er: ״Der orthodoxe Pharisäismus hat im Grunde einen sehr rationalen, ja rationalistischen Charakter. Vor allem eigentlich zauberhaften, mysteriösen und sacramentalen, das ringsum in den Religionen der Völker üppig aufwucherte, hat das officielle Judenthum immer biß zu einem gewissen Grade eine starke Abneigung bewahrt“. Dagegen liest man S, 350: ״Wir dürfen uns die palästinensischen liabbinen nicht gar zu conventioneil und dogmatisch correct denken. ׳Manch e von ihnen, gerade Zeitgenossen des Paulus, sind Mystiker und_ Ekstatiker

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