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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 39

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
Das Judenthum im neutestamentlichen Zeitalter in christlicher Darstellung
Date
1903-01-01
Page
Seite 39 (sequence 2)
Language
German
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Das Judontbum im neuteatamontl. ־Zeitalter in christl. Darstellung. 39 ״Resignation ist deshalb ein Grundzug jüdischer Frömmigkeit“. S. 353 : ״Das gegenwärtige Geschlecht hat kein Zutrauen mehr zu sich selbst“. ״Religion ist für die Auffassung des Spätjudenthums Gehorsam“. ״Der Glaube an den lebendigen Gott erhöht für den Frommen im Spätjiulentlmm nicht den Lebensgehalt und die Lebensenergie. Er lastet auf dem Herzen wie eine schwere Last“. S. 368: ״Jedenfalls aber blieb bei allen Schwankungen in der Auffassung des Gesetzes die eine Grundstimmung die herrschende. Man geht darauf aus, die Gnade und Güte Gottes von sich aus herbeizuzwingen, man arbeitet um Lohn“. S. 372: ״Und doch wieder auch hier bei aller scheinbaren Sicherheit die tiefste quälendste Unsicherheit“. S. 373: Der Charakter der Frömmigkeit des Spätjudenthums ist tiefe Disharmonie“. Endlich S. 459 eine Hauptstelle, in welcher B. dem Judenthum im neutestamentliehen Zeitalter recht eigentlich den Puls fühlt und das Ergebnis seiner Diagnose zusammenfasst, nicht ohne zweimal in einem Satze das ״Specifische“ dieser Religion zu betonen. ״Der specifische spätjUdieclie Gotteaglaube und seine Eigenthümlichkeiten, das tiefe Bussgeiühl, die centrale Stellung des Gedankens der Sündenvergebung, auf der anderen Seite das Drängen auf gesetzliche Gerechtigkeit, das Ringen um die Gerechtigkeit Gottes, daneben das Erwachen des Bewusstseins von der Nothwendigkeit und Bedeutung des Glaubens, die Ueberzeugung von der Unzulänglichkeit der menschlichen Natur — das alles in seiner Disharmonie und seinem verwirrenden Nebeneinander ist Specificurn der spätjüdischen Religion, das kaum in äusseren Einflüssen seine Erklärung findet“. Nun ist es nicht zu leugnen, dass dem Kern und Wesen nach das heutige Judenthum mit dem ״Spätjudeuthum“ des neutestamentlichen Zeitalters übereinstimmt. Das kann auch B. nicht unbekannt sein, denn er muss wissen, dass das ״tägliche Gebendes Judenthums“, in dessen Anfangsworten nach seiner Meinung ״die Furcht, die scheue zitternde Angst“, 80 ״unübertrefflich zum Ausdruck“ kommen, auch im heutigen Judenthum dieselbe Dignität besitzt wie einst. Lag es da für ihn nicht nahe, sich in jiidisehen Kreisen darüber zu informieren, ob es sich wirklich 80 wie er behauptet verhalte? Man würde ihm gesagt haben, dass die erwähnten Anfangsworte dem 5. B. M. 10, 17 und Neh, 9, 32 entlehnt seien, wo nun einmal Gott auch ״furchtbar* genannt wird, was aber im Gebete gar keinen 80

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