Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 11)
- Language
- German
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34 Zur Kritik <168 griechischen und mas80reti8chen Buches Esther. 2?24 ,9 הפיל פור הוא הכור übersetzt LXX richtig durch i$s׳vo ^7i<pwua vm '/Skr#ov; denn x7\ kann, wenn das hinzutretemie Glied eine nähere Bestimmung ist, bedeuten ״und zwar“ vgl. Thuk 7, 63: zyjko01 xal s/fhcrTOi. Also hat LXX auch in diesem Fall den hebr. Text vor sich gehabt. Jahn jedoch seist in seinen Urtext ״ שם חק וגורלer setzte ein Gesetz und ein Los fest. Doch bedeutet <l/vi91«7p.a auniichst nie Gesetz*, ferner ist es in LXX nie die Üebersetsun<r von חק, letzteres wird vielmehr stets durch vokuo; bezw. v6tA1p.a wiedergegeben. Lucian und Origen es übersetzen hier wörtlich aus dem Hebr. xal s[ix>*s ooup u s7׳Tt 00?. Für die beiden synonymen Ausdrücke ,3 כרע ומשתחוד, 2 und 3, 5 hat LXX nur ein Verb., 'Trpoa/jjvstv, weshalb Jahn das כרע im hebr. Text streicht, denn ״wie aus Lucian, welcher wie H. zwei Ausdrücke hat, hevorgeht, ist 7rpotncuvErv Uebersetzung von סשוזחוה, dagegen כרע drückt Lucian durch y.apL7:TS<Tv>at. aus״. Lucian beweist nichts, denn er hat ja den LXX-Text nach dem Hebr. eorrigiert. Diese beiden hebr. Verba charakterisieren die persische Sitte des Niederknieens und des sich Niederwerfens auf die Erde vor Machthabern, wofür aber die griechischen Schriftsteller Herodot, Xenophon, Arrian u. 8. w. einen bestimmten Terminus haben, nämlich 7rpoa*uv£Tv. Der Armenier umschreibt diesen Ausdruck durch erkir paganem ״den Erdboden küssen*. Vgl. ferner Jes. 44, 17, wo für die beiden ähnlichen Ausdrücke יסגוד לו וישתחו ebenfalls nur das eine 7cp07׳ycuvst aOrcü sich findet. Dass 21 ,2 שסר הסף LXX Äpxvfftop.avo<puXa!; ist, vgl• (i. A. Bei88mann; Bibelstud. I 93. d) Wenn die LXX vielfach etwas freier übersetzt, so erscheint dies nicht wunderbar, da auch der Verfasser des syrischen Buches Esther sich nicht an den Buchstaben gehalten, sondern der Deutlichkeit halber manches geändert hat und in Zeitangaben sogar weder mit dem masaoretischen,- noch mit den griechischen Text übereinstimmt, vgl. J. Grünthal: D. ayr. Uebers. z. Esther, Breslauer Dissert. 1900; Kaulen: Einl. i, big. Sehr.4 128. Auch der Gote Ulfilas, der einerseits sklavisch seiner Vorlage folgt, hat anderseits sich da von der Herrschaft des Originals frei gemacht, wo die wörtliche Wiedergabe dem Texte ein unverständliches Gepräge gegeben hätte, vgl. F. Kauffm ann, Z. f. deutsche Phil. 1896, 306 fi. An mehreren Stellen unseres Estherbuches lässt es sich aber direct beweisen, dass die LXX scheinbar