Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden, anerkennen wollten, eine entschiedene Opposition. (Maleachi 2, 15. 17)1). Angesichts., der Missstimmung, . die jetzt in Jerusalem herrschte, ist es leicht begreiflich, warum Esra die Zeit, das Volk für das Gesetz zu gewinnen, für noch nicht gekommen hielt. Es ist daher sehr unrichtig, wenn viele Exegeten die Chronologie von Esras Ankunft in Jerusalem, darum auf den Kopf stellen wollen, weil es ihnen unglaublich scheint, dass Esra 13 Jahre lang das Gesetz2) in der Tasche herumgetragen haben sollte. Indem wir nunmehr im Einzelnen auf den Inhalt der Capp. VII ff eingehen, haben wir zuerst ein Wort über das Kdict des Artaxerxes (7, 11—26) zu sagen. Dieser Erlass ist noch mehr als die vorhergenannten des Kyros und Darius, vielseitigen Angriffen — wir nennen bloss Graetz, Nöldeke, Well hausen, Kuenen, Kosters u. Cheyne — ausgesetzt gewesen. Folgende Unwahrscheinlichkeiten sind darin vorgefunden gewesen : I. Artahsasta spricht hier nicht wie ein Anhänger des Zarathustra, sondern wie ein gläubiger Judäer. Nicht nur neunter Jhvh ״den Gott des Himmels״ (Vers 21), sondern er erkennt auch diesen Gott mit klaren Worten als den wahren an und befürchtet aus der Nichtbeachtung seiner Befehle grosse Nachtheile für sich selbst und für sein ganzes Reich (23). II. Auch die hier in sehr reichlichem Maasse gewährte Gunst des Königs für den Tempel erscheint sehr auffällig. III. Zeigt der König eine sehr grosse Bekanntschaft mit den jüdischen Institutionen und Cultusbedürfnissen. Alledem ist, abgesehen von den bereits Jahrg. 46 (S, 93 ff, 209—218 und 501—506) gegebenen ausführlichen Erwi0derungen auf die Einwürfe gegen die Decrete des Kyros und Darius, folgendes entgegenzuhalten: Die Bezeichnung ״Gott des Himmels״ findet sich in den persischen Inschriften unzählige Male. Eine sachverständige Beurtheilung muss vielmehr in den Titeln, die im .׳vor״ liegendem Eäicte verkommen, einen concreten und handgreiflichen Beweis für die buchstäbliche Originalität des *) Die Interpretation Sch&piro’s im Hamagid (Jahrg, 1882, Nr. 19) zu. diesen Worten, wonach der Prophet Maleachi selbst gegen die Ehe- Scheidungen sich ausgesprochen hätte, ist, wenn man Vers 11—12 im Auge behält, ganz unmöglich. ‘ *) Wir kommen darauf unten hoch einmal ausführlich zu sprechen.