Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung Israels unter den Aehameniden. \\ Erlasses erl>licken. Wir heben hier namentlich die Bezeichnung ״ מלך מלכיהKönig der Könige“, die sich Artaxerxes beilegt (V. 12), hervor. Dieser Titel findet sich weder in der Littoratur sonstiger orientalischer Völker noch auch in der persischen vom Alterthum überkommenen schriftlichen Litteratur1). Hingegen ist er in den neuentdeckten ״Persischen Inschriften“ der allerhäufigsfce und beliebteste. ״ שד שידKönig der Könige“2) nennt sich jeder persische König in seinen Inschriften. Ebenso auch Ahasveros in seiner aramäischen Inschrift in Aegypten. חשיארש מלכא ד מלכיה (C. J. S. II. 1, Nr. 122), •־ebenso Darius in seiner Gadata-Inschrift Woher sollte mm der späte chronistische Fälscher diesen Titel haben? Wenn man auch auf den phönizisehen und karthagischen Inschriften aus der griechischen Zeit ähnliche Wendungen findet» so heisst dort der König doch nicht .כלך מלכים" sondern ״אדון מלכים״ (Vgl. Lidzbarskv, Nordsemitische Epigraphik, 1898, 208). Was nun die Sympathie des Artaxerxes für den Oultus und die Religion der unterworfenen Völker aiigeht, 80 sind zwar bis jetzt noch• gar keine Inschriften des Artaxerxes gefunden worden, in denen von seinem Verhalten gegenüber seinen Tributärvölkern die Rede wäre, da wir überhaupt von Artaxerxes I. bisher so gut wie gar keine Inschriften besitzen. Allein man bedenke, dass die Toleranz des Artaxerxes den Priestern unterworfener Völker gegenüber selbst den alten Klassikern bereits bekannt war (Vgl. Wiedemann, Gesch. Aegyptens unter Artaxerxes I., S. 240 ff). Und den besten Massstab für das Interesse eines persischen Königs für den Cultus und die Religionen anderer Völker, kann uns das Verhalten des, bei allen alten Schriftstellern als ״intolerant“ verrufenen, Kambyses zur ägyptischen Religion, wie es uns auf zahlreichen ägyptischen Denkmälern geschildert wird, geben. Auf der grossen Naphorensäule, berichtet der ägyptische Priester Chor-uta־suten-11et, Sohn des Oberpriesters der Göttin ״Neith“, Paf-töt-nit und der Frau Tum-iri-tis“, Folgendes: ״Nachdem. der Grossherr aller Völker, Kambyses gekommen *) Auch in den babylonisch-assyrischen Inschriften findet sich dieser Titel nur kaum zweimal in der altbabylonischen Zeit im 3-ten Jahrtausend vor Ohr., und zweimal in der altassyrischen Zeit. Im letzteren Falle ist dies der Titel des Gottes K'^rduk. *) Im Gegensatz zum Hebr., wo ״ ישר,Fürst“ und ״ סלךKönig“ bedeutet, heisst in den Keilinschriften ״ שרKönig“ und מלכי »Fürst“. i