Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Eine Bücherconfiscation zu Fürth im Jahre 1702
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 5)
- Language
- German
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92 Die Büchereonfiscation zu Fürth im Jahre 1702. im Fürstenthume Ansbach hatte ihm die Büchertitel des obigen "Verzeichnisses II, in der gleichen Reihenfolge..wie in dem ,,Bericht“ gezeigt. Hätte er sich dann noch Zeit genommen, im Iiaenle die §§. 15 u. 16 über die Processe Eikan und Hirsch Frankel durchzulesen, so wäre ihm der einfache Sachverhalt jedenfalls klarer geworden als aus den angedeuteten Bücherschätzen. Man sieht, dass das Wandeln unter Palmen auch seine Nachtheile hat. Soll ich mich noch gegen die weiteren Ausstellungen von geringerem Belang rechtfertigen? Die vom Ref. angeführten bibliographischen Notizen über Christfels5 Werke sind mir keineswegs unbekannt geblieben. Werden doch diese Werke, sogar seine hebräischen Carmina in Wibels ,,des Autoris Lebens-Beschreibung“, der ich meine biographischen Angaben über Cbristfels entnommen1), Seite 85—46, angeführt und ausführlich beschrieben2). Das ist der bibliographischen Gelehrsamkeit des Referenten glücklicher Weise entgangen, sonst hätte er mir vielleicht noch den Vorwurf gemacht, dass ich nicht auch auf die Carmina des Christfels hingewiesen. Allein ich wollte Christfels weder als Gelehrten, der er nicht war, noch als Dichter schildern, sondern die intrigante, bösartige Rolle, die Christfels in dem von mir behandelten Bücherprocess gespielt3), wollte ich auf Grund des fast lückenlosen Actenmaterials zeichnen, das bisher im Nürnberger Kreisarchiv geschlummert hat. Seine teuflischen Charakterzüge treten hier so plastisch hervor, wie sie bisher nicht gekannt waren. Daher war die Wendung auf Seite 1, an welcher der Referent Anstoss genommen zu haben scheint, eine wohl berechtigte: ,,Wer war Christfels? Es ist nothig, den Mann kennen zu lernen, dessen Arglist die Juden der fränkischen Lande zu fürchten hatten“״ Auch hier muss ich wieder lebhaft bedauern, dass Referent meiner von ihm beurtheilten Schrift nicht grössere Aufmerksamkeit geschenkt, da ihm dann die Tendenz derselben sicherlich nicht entgangen wäre. Es erinnert mich dies an ein heiteres 1) . S1 ־ meiner Schrift. 2) Wo diese-Schriften bei Wolf und Joch er verzeichnet stehen, hat mir mein Freund Dr. Biann, da ich diese Werbe nicht besitze, für alle Fälle mitgetheilt (Schreiben vom 26. XII. 1899). 3) Die Angabe über Christfels auf S. 48 des Berichts, die möglieber Weise den Bef. irre ^geführt, ist nicht ganz richtig, wovon Naheres an anderer Stelle,