Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Randbemerkungen zu Saadias Pentateuchübersetzung
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 3)
- Language
- German
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86 Randbemerkuagen zu Saadias Pentateuchüb er Setzung. gegeben, wird von S. an einigen Stellen mit dem arabischen אזעמא/ an anderen Stellen דפע übersetzt. Wie kommt das? Ich denke hierüber Folgendes. Wo das hebr. נתן ein spontanes Greben (schenken, spenden) bedeutet, da übersetzt es S. immer durch אעטא, z. B. אעטני אלנפוס תן לי הנפש. Wo dagegen נתן ein pflichtgemässes, vom Gesetz normirtes Greben bedeutet, da wählte S. dafür das arab. דפע. So (III. M. 27, 23) פידפע אלקימה קדסא ללה ונתן את הערכך הדש ליי; (IV M. 3, 48) 5 ואדפע אלפצה להרון ובניה ונתת הכסף לאהרן ולבניו (Y. M.26, 12) ודפעת אלעשור אלי אללוי . . . — ונתתה ללוי לגר ליתום ולאלמנה und ebenso (das. v. 13) וקד וגם נתתיו ללוי ד פ ע ת ה א ללוי - Weist man mir dagegen auf Stellen bin, wo ebenfalls von pflichtgemässen, vom Gesetze normirten Abgaben die Rede ist, und bei denen Saadia nicht den Ausdruck ידפע sondern אעטא gebraucht, wie z. B. (V M. 18, 3) ונתן לכהן הזרע הלחיים להסבה — wo dieses ונתן mit יעטהם wiedergegeben wird, 80 entgegne ich hierauf Folgendes: Schon in meinem 1. Saadia-Artikel hatte ich gegen einige Lesearten kritische Bedenken erhoben, und ich erhebe diese hier um so mehr., weil ich sie hier durch zwei bei demselben Gegenstände sich widersprechende Lesearten begründen kann. Es wird nämlich an mehreren Stellen der Thora über das ״Fünftel״, das bei Yerschuldungen noch über den Rückersatzbetrag hinaus erstattet werden musste, gesprochen. So III. M. 5, 24: לחמישיתיו יסף עליו, לאשר הוא לו י תננו, und hier <haben wir bei Saadia die Leseart: ויעטה לאליי הו לה* Aber auch IV. M. 5, 7, wird dasselbe Gesetz von dem zu erstattenden ״Fünftel“ besprochen: לנתן לאשר אשם לו — doch hier haben wir beiJSaadia die Lesart: ו י דפ ע הא אלי מן טלמה* Somit muss wohl eine dieser beiden sich widersprechenden Lesarten apokryph sein! Dass übrigens Saadia bei der Wahl seiner arabischen Ausdrücke mit grosser Sachkenntnis vorging, ersehen wir aus folgendem Beispiel: ויק ה׳ אלהים את הצלע לאשה ויבא ה אל האדם, übersetzter: פאתי בהא אלי אדם. Dagegen: ויקה את לאה בתו ויבא אתה אליו, übersetzt er nicht: פאתי בהא אליה, sondern hier wählt S. einen ganz eigenen Ausdruck. פזם הא אליה und wie trefflich ist hier dieser Ausdruck gewählt! (vgl. Freytag: ״ ,זףDedüxit cum pompa sponsam ad conjugem“). Bei einer Stelle jedoch scheint S. gerade durchseine arabische Muttersprache zu einer gewagten Auffassung