Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Studien über Dunasch's Kritik gegen Saadia
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 12)
- Language
- German
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Studien über Dunasch’s Kritik gegen Saadia. 73 bei den Juden Andalusiens nach der Eroberung durch die Araber, wie diese in der Dichtkunst sich vervollkommneten ״bis Gott ihnen offenbarte die Geheimnisse der hebräischen Sprache und deren Grammatik, das Wesen der schwachen Buchstaben, deren Verwandlung, in welchen Fällen sie aus« gesprochen werden oder ruhen, die Vertauschungen und das Aufgehen in anderen Buchstaben und andere grammatische Fälle, von dem, was sich ergab durch Analogieen an Beweisen der Wahrheit, und was ihnen halfen1) überzeugende Argumente, und zwar durch Abu Zakarjä Jachjä ibn Daüd aus Fäs, genannt Chajjüdsch, und seinen Anhang״. Dieser Satz, der allerdings Chajjüdsch als den Vollender des neuen Systems nennt, hebt aber doch durch die von uns besonders kenntlich gemachte Wendung ״und was ihnen half״ hervor, dass mehrere Gelehrte sich in den Ruhm der Umgestaltung der hebräischen Sprachwissenschaft in Anlehnung an arabische Vorbilder theilen. Zu diesen Vorläufern Chajüdsch’s gehört nun jedenfalls Dunasch, der ja auch schon iö seiner Kritik gegen Menachem einen Ansatz zur Scheidung der schwachen Wurzeln gemacht hat2). Wir wollen hier zum Beweis für unsere Annahme nicht erst anführen die Bemerkung Abraham Ibn Esras3), der von unserem Autor hervorhebt, dass, während Saadia, Juda ibn Koreisch und Menachem noch ״vollkommen im Schlaf der ungenügenden grammatischen Erkenntnisse befangen waren״, Dunasch allein ״ein wenig aus demselben erwacht ־war״. Denn Ibn Esra mag eben nur aus dem Werke gegen Saadia, für das auch er die Autorschaft DunascKs als ohne Weiteres verbürgt annahm, dieses Urtheil geschöpft haben. Aber in der That hatte sich schon zur Zeit Dunasch’s und des Kampfes zwischen seinen und Menachems Schülern die Erkenntniss der neuen Theorie Bahn gebrochen. Und wahrscheinlich war es gerade Dunasch, der, sowie er in die hebräische Poesie nach den Mustern der arabischen Dichtungen das Metrum eingeführt, so auch die Grammatik nach allmählichem Studium der arabischen Vorbilder mit den Grundsätzen der Trilitterität und der sogenannten schwachen Wurzeln wesentlich umgestaltet hat. Dass in der Schrift gegen Menachem noch nichts von diesen Umwälzungen zu b ^ממאקאם עליד. ברהאן אלחק ועצדהם סלטאן אלצד. 2) Vgl. Baclner, Abr. Ibn Esra als Grammatiker, p. 87, Anm. 2. 5) Säfä berüra, ed. Lippmann, p. 25 b.