Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Studien über Dunasch's Kritik gegen Saadia
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829760-2829762-2845624--31156-2845713- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
י70 Studien über Dunaseh’s Kritik gegen Saadia. nicht als Beweis dafür dienen, letzteres Werk dem Dunasch abzusprechen. Denn, da das Mnemonikon für die Wurzelbuckstaben in beiden Schriften dasselhe ist, kann es sich bei dem für die Servilbuchstaben nur um eine durch die Umstände bedingte äusserliche Aenderung handeln. Gerade die Thatsache, dass nur die von Dl angewandte vox memorialis für die Servilbuchstaben durch die allerdings nicht leicht verständliche Wendung אמת כטב von den Schülern Menachems angegriffen und zum Gegenstände des Spottes gemacht wurde1), lässt es in hohem Grade als annehmbar erscheinen, dass Dunasch ein anderes Mnemonikon gewählt hat, wobei die Aenderung des Namens אדונים in אדוניה recht belanglos ist, während das Merkzeichen für die Wurzelbuchstaben beibehalten werden konnte. Dem Charakter der Schrift gegen Saadia, die im Allgemeinen maassvoller ist, entspricht es auch, dass Dunasch seine Ansicht nur als gute — כתם טב — bezeichnet, während in dem Werk gegen den Rivalen Menachem er kühn sagen mochte: אמת כטב, Dunasch hat die Wahrheit ausgesprochen2), mit absichtlicher Wahl des, entweder dem ne 11 hebräischen Sprachgut entlehnten 3 4חטב), oder dem arabischen nachgebildeten ״ כטבvon einer erhöhten Stelle herab eine Mahnrede haltena4:), so, dass hier schon durch die Anwendung des Wortes Dl seiner Ansicht Geltung verschaffen wollte.— Ueberblicken wir nun das zu diesem Punkt Ausgeführte, so können, da nur zwei Widersprüche sich zwischen Dl und D2 finden, was uns bei anderen Autoren auch begegnet, diese uicht dazu veranlassen, Porges’ Beweisführung zuzustimmen. Wir kommen nun zu dem dritten Argument von Porges gegen Dunasch’s Autorschaft, und zwar zu dem abweichenden Standpunkte von D2 gegenüber Dl betreffs der Zulässigkeit des Vergleiches des Hebräischen mit dem Arabischen und Aramäischen5). Aber auch dieser Beweis ist nicht *) Vgl. Liber Responsionum, ed. Stern, I, p. 40—41. 2) So schon Hark. 1. a. p. 124, während die dort angeführte Erklärung Derenhourg’s nicht befriedigt. , 3) Ygl. Onkelos zu Deut. 26, 17—18 und auch die Bemerkung * hierzu Babli Chagiga 3 a. 4) Man nennt in der arab. Litteratur die von den Khalifen an das Yolk von einem erhöhten Platz aus — dem Minbar — gehaltenen Ansprachen: Hutba. Solche werden vielfach erwähnt im Kämil des Mubarrad, ed. Wright. Es sei auch darauf hingewiesen, dass, wie oben citiert, Mose b. Esra JDunasch zu den ״Rednern“ מן אלצטבא zählt. ö) Porges 1. c. p. 252—253.