Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Studien über Dunasch's Kritik gegen Saadia
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 4)
- Language
- German
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Stadien über Dunasch’s Kritik gegen Saadia. 65 er selbst mit dem ehrenden Beinamen זקני als seinen Lehrer bezeichnet1). Nichtsdestoweniger hat er mit der ihm eigenen kritischen Methode die Werke seines Meisters scharfen An־ griffen unterzogen, die eine Antikritik Abraham Ibn Es ras, unter dem Titel שפת יתר, hervorriefen2]. Es ist nun eine merkwürdige Fügung, dass erst infolge letzterer Schrift die des Dunasch überhaupt ־weiteren Kreisen bekannt wurde, indem Ibn Esra sie aus Aegypten brachte, wo er sie, wie er selbst klagt, in einem durch die Schuld der Abschreiber sehr verwahrlosten Zustande aufgefunden hatte. Manches in der wenig. ansprechenden Form mag auch dem Umstande zuzuschreiben sein, dass die Schrift zunächst nur in kurzen Notizen bestand, deren Ausarbeitung einer späteren Zeit vor־־ behalten bleiben sollte3). "Wie es scheint, sind der Abfassung der Schrift Verhandlungen mit eifrigen, Parteigegnern und Vertheidigern Saadias vorangegangen, deren deutliche Spuren sich noch zeigen in Nr. 102, und auch in den sonst sich wiederholenden Wendungen ואם אמר אומר♦ Verfasst wurde die Kritik gegen Saadia sicher erst nach der Schrift gegen Me־ na ehern ben S'ruk4). Indem wir nun erstere Schrift zum Gegenstand vorliegender Studie nehmen, soll vor Allem behandelt werden : die Familien des Dunasch b. Labrat, wie die des Danasch b. Tarnlm indem die Familiennamen dieselben sind, ursprünglich aas Spanien stammen, von wo sie zur Zeit der Westgothenverfolgungen ausgewanderfc seien. Ob vielleicht der Name אדונים דונש auf den spanischen Titel ״Don“ hinweist? J) lieber die richtige Auflassung dieser von verschiedenen Neueren fälschlich in dem Sinn von. ״Grossvater“ aufgefassten Bezeichnung, vgl. Bacher, Anfänge der hebr. Grammatik, p. 97, Anm. 1, Harkavy 1. c. p. 89, Anm. 1, und חרשים וגם ישנים VII, p« 19 (Beilage zu Kabbinowitz דברי ימי ישראל Bd. 1V). 2) Herausgegeben von Bisliches und Letteris, Pressburg 1838, und von Lippmann, Frf. a. M. 1843. Zur Begründung des Titels שפת יתר, vgl. Bacher, Abr. Ibn Esra als Grammatiker, p. 8. Ygl. auch ebendort p. 14fgg. über die fälschliche Benennung des noch handschriftlichen Jesod ha־Dikduk Ibn Esra’s durch S’fath Jether bei späteren Autoren. Vielleicht ist dies dadurch zu e?klären, dass Ihn Esra letzteres im Eingangsgedicht selbst nennt: ספר יסוד הדקדוק, wofür das Ms. Pinsker, nach Mittheilung Geigers, Zeitschrift IY (1867) p. 293 ביסוד liest. s) Ygl. die Angaben Ende N. 6, p. 3 und Ende N. 34, p. 11. CM 4) Vergleiche die ausführliche Begründung hei Harkavy 1־. c. p, v46,׳' Anm. 2; cf. auch Bacher, Anfänge, p, 97. Monatsschrift, 46. Jahrgang. 5