Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Studien über Dunasch's Kritik gegen Saadia
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 3)
- Language
- German
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64 Studien über Dunasch’s Kritik gegen Saadia. afrika, war es ein älterer Zeitgenosse des Gkion, Juda Ibn Koreisch, der gleichfalls Kritik an der neuen Bibelübersetzung übte wegen der kühnen Umdeutungen der authropomorphistisehen Stellen seitens Saadia’s1), mit denen dieser erste arabische Bibelübersetzer des traditionellen Judenthums sich ebenbürtig dem ersten aramäischen Uebersetzer des Pentateuchs, Onkelos, an die Seite stellte. Dieser Ansicht Saadia’s stellte Ibn Koreisch den Grundsatz gegenüber: (2דברה הורה כלשון בני אדם* Auch gegen einige Wörter kl ärungen des Gaon wendet sich seine Kritik3). Während wir nun von den Kritiken dieser beiden Autoren theils nur Fragmente, theils nur gelegentliche Aeusserangen besitzen, ist uns eine vollständige Sammlung erhalten von der Streitschrift, die der berühmte Grammatiker D unasch oder Adonim ben Lab rat gegen eine Anzahl von Saadia״ s Bibelerklärungen, wie auch gegen einige Stellen seines Agrön und Sefer ha-galuj gerichtet hat4). Dieser, in der Mitte des X. Jahrhunderts lebend5), aus einer früher in Bagdad ansässigen Familie stammend, selbst aber in Fez heimisch6), hatte noch zu den Füssen Saadia’s gesessen, den *} Vgl, Kisäle des Ibn Koreisch, p. 82 fgg., ־und die Ausführungen hierüber von Frankl in Monatsschrift XXXIV, p. 34 fgg. 2) Vgl. Bis. ibid. p. 33, Z. 7. 3) Einige Nach Weisungen hierüber siehe in meiner Abhandlung über Ibn Koreisch’s hebr.-arah. Sprachvergleichung, Monatsschrift XLIV, p. 487—88, Anm.' 4, p. 496, Anm. 8. 4) Herausgegeben von Schroeter, Breslau 1866 unter dem Titel .סי תשובות דונש הלוי לברט על ר׳ סעדיה גאון 5) Dunasch muss, wenn er noch den Unterricht des 942 gestorbenen Saadia genossen hat, im Todesjahre seines Lehrers doch wenigstens 20 Jahre alt gewesen sein, also 920 oder 922 gehören sein. Da sich die Streitschrift von Menachem’s Schüler, dem mit Chajjüdsch identischen Jeliucla ben David, gegen Dunasch als einen Lebenden gerichtet hat, so muss er um 970, zu welcher Zeit Jehuda auftrat — vergleiche Derenbourg, Opuscules, Introduction, p. XII — gewirkt haben. Demnach irrt Harkavy, wenn er, Studien und Mittheilungen 1. c. p. 86, Anm. 2 Ende, Dunasch kein hohes Alter erreichen und schon im Alter von 30 Jahren sterben lässt, Die von Harkavy angezogene Stelle in der Streitschrift seines Schülers Jehüdi b. Scheschet (ed. Stern, T11. II, p. 9 Vers 63) in der es heisst: שנותיו כשלושים, spricht nur davon, dass er ׳schon im Alter von' ungefähr 30 Jahren hohes Ansehen bei älteren Leuten genoss. 6) Vgl, die Angabe in Mose b. Esra’s Poetik und Bhetorik, ms. Or. oct. 464 der kgl. Bibliothek fol. 31 a: •> .» * ונם מ] אלצטבא ואלשערא ואלמולפי! דונש ף לברט אללוי ■אלבגדאדי אלאצל אלפ אפי אלמנשאה Nach de״ AusführungenDerenbourg’s in Opuscules, Introduction, p. II, Note 1 sollen*