Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Studien über Dunasch's Kritik gegen Saadia
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 2)
- Language
- German
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Studion über DunascKs Kritik gegen Saadia. 63 sehen erregen. Wenn auch wohl freudig begrüsst, als laugersehntes und nothwendiges Kampfmittel gegen die bisher die Bibelerklärung als ihr auschliessliehes Feld betrachtenden Karäer, so konnte andererseits die gerade damals unter arabisch-islamitischem Einfluss zu erstarken beginnende jüdische Wissenschaft die neue Erscheinung nicht in allen Punkten unwidersprochen lassen. So finden wir, dass in Babylon, dem Lande, in welchem Saadia’s Werke abgeschlossen wurden, JR. lebasser Iialevi diesen wegen einzelner Auslegungen angriff* 1 II.). In einem anderen Lande, in Nord־־ *) Leber die Kritik des E. Mebasser an Saadia’s Bibelwerk be~ richten uns Juda ihn Bah am in einem Pragment seines Commentars zu Lov. XIY (vgL hierüber Poznaiiski in Z. P. H, B. IY, p. 19 u. 21) und im Com mental־ zu Num. 24, 7; (vgl. Puchs, Studien über .... Ibn Bal’äm p. XII). Auch Ibn Esra theilt uns hierüber mit im Comm. zu Lev. 15, 8 עואןל und zu Jona 1, 3 תרשיש. — Harkav}־, der in der Petersburger Bibliothek Fragmente von Mebassers Kritik an Saadias Commentar und dessen אגרון gefunden hat (vgl. Studien und Mittheilungen etc. Y. Th. I, p. 68 ibid. Anm. 1, u. p. 182 fgg\), veröffentlichte hieraus das Stück betreffend Lev. 10, 8 in der russischen Zeitschrift Sapiski Jahrg. 1891, p. 207. Danach ist die Erklärung Saadias von עזאזל gleich עז und אל ln dem Sinne von steiler, gewaltiger Berg —4 das אל besonderer Verstärkungsausdruek — nach der Analogie von יקתאל II. Eeg. 14, 7, ירואל II. Chron. 20, 16, aus dem Grunde unhaltbar, da ein ז zwischen den beiden Bestandteilen ist. Mebasser selbst bemerkt, dass, mangels einer geeigneten Ableitung des Wortes, der Sinn desselben sich aus dem Zusatz אדץ גזרה ergehe. — Fuchs 1. c. p. XXIII-—XXIV will diesen E* Mebasser von dem Gaon gleichen Namens, den auch Ibn E-sra als solchen zu Lev. 15, S eitlert, — Jona 1. 3 nennt er ihn nur ר׳ מבשר — unterschob den, da der Gaon Mebasser von Pumbedita schon 927 starb. Allerdings ist der Grund, den Puchs 1. c. p. XIV aus dem Pactum herleitet, dass Saadia damals noch nicht nach Sura berufen war, Mebasser also nicht gegen dessen Schriften polemisieren konnte, nicht stichhaltig, da Saadia’s zum Th eil bereits in Aegypten verfasste Commentare und seine erste Ausgabe des Agrön seinen Ruf bis nach Babylon gebracht hatten; aber, da der von Harkavy behandelte Mebasser auch gegen, das ם׳ הגלוי polemisierte, das Saadia erst von seiner Verbannung aus schrieb, und da Saadia in den Kritiken als bereits gestorben erwähnt wird, kann nicht der Gaon Mebasser der Verfasser der Streitschrift sein. Vielleicht hat Ibn Esra selbst schon den Kritiker Mebasser mit dem pumbeditanischen Gaon verwechselt, der übrigens von S. P. Eabbinowitz in der hebr. üebersetzung von Graetz, Gesell. Bd. V (דברי ימי ישראל III. Eegister p. 527) רב מבשר כ ה נא גאון genannt wird, während es bei Ibn Esra nach einem Mscrpt. seines Comm. heisst: והגאון י׳ מבשר הלוי (vgl. Harkavy 1. c. p. 61, Anm.). Nachträglich finde ich, dass über Ibn Esra’s Irrthum auch schon spricht Harkavy in R. d. E. J. XX, p. 160. (Die dort citierten Studien u. Mittheilungen Bd. III sind mir leider nicht zugänglich).