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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur
Date
1902-01-01
Page
Seite 61 (sequence 9)
Language
German
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Der lieimeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur. 61 a in B nicht vorhanden sein. "Wenn wir uns aber im Sinne des Schliessenden X so denken, dass das Vorhandensein desselben nothwendig auch a mitbedingt, so sind wir nicht mehr auf dem Boden der neuen Theorie. Denn, wenn wir schiiessen, dass ein Gegenstand, der X enthält, sicherlich das minderwichtige a enthält, haben wir nicht mehr vom Besonderen auf das Allgemeine, sondern von der durch X gekennzeichneten Beschaffenheit der einzelnen Gegenstände A und B auf einander geschlossen. Dies im Allgemeinen gegen das Material des Q-Syllogismus. Nun wollen wir aber den Conclusionsmodus des Q näher ins Auge fassen. Wir haben es bisher bei der Dar״ Stellung der neuen Theorie vermieden, das dem Q eigenthümliche ״um so mehr“ ״in weit höherem Grade44 u. dgl. m. selbst dort zu gebrauchen, wo es der Verfasser ohne weiteres gebraucht. Da das Allgemeine und Besondere im Syllogismus in Bezug auf das zu erschliessende Merkmal vollkommen gleich sind, so kann weder für das Besondere das Merkmal im potenzirterem Masse erschlossen, noch kann es mit mehr Apodictität als dem Allgemeinen zuerkannt werden. Aus den Praemissen — wir wählen absichtlich ein Beispiel, wo das zu erschliessende Merkmal an sich einer Steigerung fähig ist —: 1״. Alle Tugenden sind löblich. 2. Die Gerechtigkeit ist eine Tugend‘4 kann nur gefolgert werden, dass die Gerechtigkeit löblich ist, mag sie im Vergleiche mit einer anderen Tugend löblicher erscheinen. Es kann aber ebensowenig geschlossen werden, dass die Gerechtigkeit umso mehr löblich ist. Der Q nimmt jedoch für sein Erschlossenes einen grösseren Grad von Gewissheit in Anspruch. Gegen die Potenzirung der zu erschliessenden Bestimmung wurde, wie wir gesehen haben, eine Restrictiousnorm aufgestellt. Der Verfasser sieht zwar in dem דיו לבא מן הדין להיות כנדון lediglieb eine Warnung, in der Conclusion nicht mehr zu erschiiessen als in den Prämissen enthalten ist. Aber um so auffallender ist es, dass er das mit dieser Auffassung in Widerspruch stehende ״dajo“ ״es ist genug“ (= wir könnten — —י — aber wir verzichten) mit seiner Theorie nicht in Einklang zu bringen sucht, als er in geistvoller Weise die ganze Q-Terminologie beleuchtet und überall die sichersten Resultate zu Tage fördert. Den modalen Unterschied der Conclusion im Q und derjenigen im Syllogismus wird jedoch auch

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