Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 10)
- Language
- German
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02 Der liermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur. der Verfasser nicht bestreiten. Am besten ersehen wir dies, wenn wir uns ein vom ihm gebrauchtes Beispiel eines in einen Q, um2:ewandelten Syllogismus — wodurch gleichsam die Syllogismusfähigkeit des Q bewiesen werden soll — ansehen. Der Syllogismus; ״Alle Menschen sind sterblich, Socrates ist ein Mensch; folglich ist Socrates sterblich“ lautet in Q-Form: ״Wenn Socrates schon den Menschen beigezählt wird, dann muss er um so mehr den Sterblichen beigezählt werden". "Warum: ״um so mehr“ P Zur Constatirung der Zugehörigkeit des Socrates zu den Menschen gehört zwar mehr als das Merkmal der Sterblichkeit, für die Einreihung desselben unter die Sterblichen interessirt uns jedoch lediglich dieses eine Merkmal. Wenn Socrates zu den Menschen zählt, zählt er auch zu den Sterblichen, dem Artbegriff von Menschen, aber nicht mehr und nicht weniger, als er zu den Menschen zählt. Der höhere Begriff kann diesbezüglich nicht den mindesten Vorzug beanspruchen. Wenn wir nun der neuen Q-Theorie die Yorgebrachten Zweifel entgegen halten, müssen wir dagegen doch den hohen wissenschaftlichen Werth der Schwarzachen Gesammtarbeit ganz besonders hervorheben. Abgesehen von der glänzenden Darstellung, der scharfen Dialektik, durch welche die jüngste Arbeit des ernsten Talmudforschers sich auszeichnet, hat Schwarz den ganzen historischen Werdegang dieses eigenthümlichen Schlussverfahrens in scharfsinnigster Weise beleuchtet. Es muss dies um so höher eingeschätzt werden, als er nicht als Darsteller sichere Resultate zu verarbeiten hatte, sondern durch kritische Sichtung des einschlägigen Quellenmaterials mit feinem historischen Takt die Grundlagen sich erst schaffen musste. Studien über Dunasch’s Kritik gegen Saadia. Von Dr. Eppenstein. Das für seine Zeit so gewaltige Unternehmen. des grossen Gaon von Sura,‘ die Bibel ins Arabische zu übersetzen und mit einem ausführlichen Commentar in dieser Sprache zu versehen, musste als erster derartiger Versuch innerhalb des rabbanitischen Judenthums berechtigtes Auf-