Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 7)
- Language
- German
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Der herme neu tische Syllogismus in der talmudischen Litteratur. ,59 wir dann nicht; mehr B A setzen. Oder aber: wir nehmen an, B komme wirklich a nicht zu; dann haben wir A, dem a, aber nicht X zukommt, und B, dem X, aber nicht a zukommt-, Der Umstand, dass die beiden Bestimmungen a und X uns bezüglich A bekannt sind, ist kein Einwand dagegen, da wir gar keine Veranlassung haben, die Nichterwähnung von a bei B für etwas anderes als für eine Nichtzuerkennung zu fassen. Es kann dies sogar durch folgenden Analogieschluss bestätigt werden; A hat nicht X, obwohl es a hat; ebenso hat B nicht a, obwohl es X bat. Wenn auch in dieser oder änlicher Weise die Folgerungen des Q־ thatsächüch angefochten werden, muss doch immer der Standpunkt des Schliessenden einigermassen begreiüich gemacht werden. Der Verfasser sieht sich deshalb genöthigt, für den Schliessenden die Voraussetzung in Anspruch zu nehmen, dass alle Bestimmungen, die A hat. auch B zukommen. Wenn also A die Bestimmung a hat, muss B dieselbe auch haben. Die ganze Beweiskraft ruht allerdings in X. Derjenige Gegenstand, dem dieses X zukommt, hat einen grösseren Umfang; der zweite, dem dieses nicht zukommt, hat den kleinere□, von dem ersten nothwendig umschlossenen Umfang. Der Analogieheweis, den wir soeben für die Nichtzuerkennung des a für B geführt haben, ist nunmehr nicht am Platze, da X nicht eine beliebige Bestimmung bedeutet, die ohne weiteres in einen Vergleich mit a, gebracht werden könnte. Der Verfasser hat zwar den Beweis für den genusbildenden Charakter des X nicht erbracht. Da jedoch der Q dadurch wesentlich an Logicität gewinnt, kann man gegen dieses plausible Verfahren, wenn sonst alles Andere stimmt, nichts einwenden. Wir haben nun den springenden Punkt, von dem aus der Verfasser seine Theorie des Q-Syllogismus aufbaut. A und B werden nicht mehr als Gegenstände, sondern als Träger eines respectiven Kreises von Bestimmungen betrachtet. Es steht natürlich frei, die Gegenstände A und B und die Kreise von Bestimmungen A und B, im Verhältnis von Ursache und Wirkung sich zu denken. In den. Prämissen des Q jedoch haben wir. es lediglich mit Umfangsverhältnissen zu thun. Da die logisch nicht ausdrückbare qualitative Beschaffenheit von A und B nicht mehr in Rechnung kommt, ist eine exacte Grundlage für einen regelrechten Syllogismus gewonnen worden. Dass nun die Difierenzbestimmung X, und nicht auch eine ab-