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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 58

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur
Date
1902-01-01
Page
Seite 58 (sequence 6)
Language
German
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58 D0r liermeneutische Syllogismus in. der talmudischen Litteratar. um B zum Genus yon A zu machen. Es war also die Annähme irrthümlich, dass A die Species von B ist. Obwohl formell richtig geschlossen, ist die Conclusion wegen der aus einem falschen Gesichtspunkte auf gestellten Prämissen falsch. Der dialectische Schluss — und dies ist eben der Q — unterscheidet sich eben darin ־vom wahren, dass der letztere nur allgemein anerkannte Wahrheiten zu seinen Prämissen hat, ־wogegen hier diese auf ihre Wahrheit erst geprüft werden müssen. Vorgehen und Methode beim Q ist also streng wissenschaftlich. Indem das Allgemeine das tur ihn zugehörige Besondere nothwendig enthalten muss, geht der Schliessende, der von dem Vorhandensein eines Exemplars im Besonderen auf dessen Vorhandensein im Allgemeinen schliesst, auf nothwendige wissenschaftlich, gesicherte Erkenntnisse aus. Dass die Prämissen nicht immer un anfechtbar sind, berührt die Methode nicht. Es ist in jedem Falle kein vulgäres, ungefähres Schliessen. Beim erfolgreichen Bestreiten des Q wird durch Aufzeigen von Gegeninstanzen der Grund für das angenommene Verhältnis8 von A und B als irrig erwiesen und demselben einfach die Grundlage entzogen. Es war ein formell richtiger Schluss, ab er ein Fehl- Schluss. Wie wir also sehen, begründet der Verfasser seine Theorie mit vielem Scharfsinn und führt dieselbe von seinem einmal eingenommenen Standpunkte aus folgerichtig durch. Das Verhätniss zweier einzelner Gegenstände zu einander ist geradezu vor unseren Augen in ein Verhältniss des Besonderen und Allgemeinen umgewandelt worden. Die Materie für den Schln&s der ersten Figur ist gegeben. Alles andere folgt nun von selbst, und es kann dem Verfasser nunmehr ein Leichtes sein, etwaige formale Bedenken zurückzuweisen. Wenn wir nun einige. Bedenken gegen .die neue Theorie erheben möchten, müssen wir zunächst nach den Gründen suchen, die den Verfasser zur Conception seiner Theorie veranlassten. Ganz besonders muss das vom Verfasser angenommene Verhältniss v׳om Besonderen und Allgemeinen näher beleuchtet werden. Wenn wir die Q-Förm: wenn Ä, welchem X nicht zukommt, a hat, wie sollte A, welchem X zukommt, a nicht haben? betrachten, muss uns sofort auffallen, dass der Schliessende für seine Zuerkennung des a für B die einzige Thatsaclie anführen kann, dass A bei Mangel von X dennoch a hat. Wie wäre es, wenn A ein y hat, welches B nicht zukommt und noch gewichtiger als X ist? In diesem Falle könnten

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