Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 4)
- Language
- German
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56 Der hermeneuüsclie Syllogismus in der talmudisclien Litteratnr. feindlichen Angriffen nicht gesichert. Aber, selbst ein erfolg״ reiches Zurückweisen aller Angriffe vermag seiner Conclusion keine absolute Gültigkeit zu verschaffen, weil auch in diesem Falle der Zweifel an der Unwiderlegbarkeit der Voraussetzung nicht benommen werden kann. Bei diesem problematischen Charakter des Q leuchtet uns ein, dass für B lediglich a concludirt wird. Die Voraussetzung B A berechtigt uns zwar nicht nur B die fragliche Bestimmung von A, sondern eine um so potenzirtere zuzuerkennen, als sich B von A unterscheidet. Die Formel würde dann lauten : A — a B > A B — a', / wobei a' das der Natur des B gemäss potenzirtere a des A bedeutet (A : B a : a’). Aber dies würde einerseits eine exaet bestimmbare Kenntnis der Inhaltsverhätnisse von A und B, andererseits ein gesichertes Ableitungsverfahren voraussetzen. Es wird deshalb ausdrücklich eine Restrictiorisnorm aufgestellt, welche die Conclusion auf die in A sich findende Bestimmung a einsohlänkt:דיו לבא ק הדין להיות כנדון, d. h.: Es genügt, wenn das Abgeleitete dem, wovon es abgeleitet wurde, gleichgestellt wird. Wir bescheiden uns also mit einem geringeren Resultate, als wozu wir infolge der Voraussetzung berechtigt sind. Diese Genügsamkeit ist eine vollständig correcte, da der Q keine neuen Erkenntnisse über die thatsächliche Besch affen heit der Dinge erschliessen, sondern bloss gesetzgebernche Gesichtspunkte für die Praxis schaffen will. Diese von uns entwickelte Auffassung des Q deckt sich zwar nicht ganz mit den Theorieen, gegen die Schwarz seine schneidige Polemik führt, theilt jedoch mit ihnen die Voraussetzung, dass wir es im Q mit zwei einzelnen oder als einzeln gedachten Gegenständen zu thun haben, bei denen wir aus dem Vorhandensein eines Merkmals, einer Bestimmung u. dgh bei dem einen als qualitativ geringer angenom- •menen Gegenstände auf das Vorhandensein dieses Merkmals, dieser Bestimmung u. 8. w. bei dem zweiten Gegenstände schliessen. Ad. Schwarz lässt es nun nicht bei der üblichen Auffassung bewenden, sondern entwickelt eine eigene originelle Theorie des Q. Ihm ist der Q identisch mit dem. aristotelisehen Syllogismus und unterscheidet sich von demselben, nur insofern, als er nicht wie dieser vom Allgemeinen auf