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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 55

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur
Date
1902-01-01
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur. 55 Q gilt es nun, jedesmal den Grund anzugeben, warum B > A ist. Es wird bei jedem Q eine Bestimmung (X) angeführt, worin A und B von einander differiren. Das Vorhandensein von X bei B beziehungsweise das Pehlen desselben bei A ist jed.esmal die Voraussetzung für A ß resp. B A. Der Q erhält nunmehr folgende Form A (— X) hat a B (־+־ X) מ a oder in Worten Wenn A, welchem die Bestimmung X nicht zukommt, die fragliche Bestimmung a hat, wie sollte B, welchem die Bestimmung X zukommt, die Be- Stimmung a nicht haben? wobei wir uns X und a von verschiedenem Werthe zu denken haben, und X als die mindergewichtige Bestimmung. Der Besitz von X charakterisirt den Gegenstand B als den qualitativ grosseren der den anderen in sich begreift. Es ist leicht einzusehen, dass die durch das Vorhandensein oder Fehlern von X gekenn zeichnete Charakteristik von A und B kein eigentliches Element des Schlussverfahrens als solches bedeutet. Wir erfahren lediglich, warum wir B A setzen. Es ist also der Q auch in seiner jetzigen Form wesentlich eine Identitätserklärung, eine Art von Identitätsschluss. Nachdem ich durch das unterscheidende X gefunden habe, dass B A ist, muss sieb notwendigerweise alles, was A hat, auch in B finden. Die Veränderung, die der Q erfahren hat, berührt nicht die Art und Weise des Schlussverfahrens, sondern seinen modalen Charakter. Solange der Q in der Formel A -ra B > A B — a erscheint, d. h. bei der Voraussetzung, dass A in allen Be- Ziehungen B ist, ist er unwiderlegbar. Jetzt aber, wo wir erfahren, dass die Voraussetzung B > a lediglich auf dem Vorhandensein bezw. dem Fehlen von X ruht, kann die Bestreitung des Q mit Erfolg unternommen werden. Wenn die Prämisse B A nicht durch eine sorgfältige Vergleichung' aller Bestimmungen a, b, c . . . . . m, n etc. von A und B gewonnen wurde, können wir einen anderen zureichenden Grund für X in B finden, ohne dass wir es erst in der allgemeinen Beschaffenheit des B suchen müssen. Ebenso können wir das a in A durch ein anderes Merkmal desselben, das B nicht eigentümlich ist, begründen u. dgl. mehr. Der Q, ist also, wie wir sehen, seiner ganzen Anlage nach vor

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