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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur
Date
1902-01-01
Page
Seite 54 (sequence 2)
Language
German
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54 Der' hermeneutisclie Syllogismus in der talmudischen Litteratnr. Was ist das Wesen des Q, und wie wurde er bisjetzt aufgefasst? Wir finden irgend eine Bestimmung (a) über irgend einen Gegenstand (A), wogegen wir über einen anderen Gegenstand (B), der dem Wesen nach dem ersten ähnlich ist, jedoch sich sonst von ihm qualitativ unterscheidet, diese Bestimmung nicht finden. Es gilt nun nachzuweisen, dass diese Bestimmung auch dem Gegenstände B eignet, dass der Gesetzgeber mit Absicht die fragliche Bestimmung gerade bei A ausdrücklich hervorgehoben, die leicht für B erschlossen werden kann, :was bei dem Yerhältnisse der Gegenstände zu einander umgekehrt nicht der Fall gewesen wäre. Es ist nun unsere Aufgabe nicht, im Wege der Analogie diese Bestimmung zu erschliessen — denn in diesem Falle würde es einerseits nichtdarauf ankommen, bei welchem der beiden Gegenstände diese Bestimmung sich ausdrücklich findet, andererseits , würde unser Augenmerk nur darauf gerichtet sein, die Gleichheit, beziehungsweise die Aehnlichkeit von A und B zu constatiren, ,— sondern ,sie als etwas selbstverstündliches nicht sowohl zu erschliessen, als vielmehr festzustellen. Die Constatirung des Umstandes, dass a bei A sich findet, enthält zugleich die Folgerung, dass a umsomehr B zukommt. Wenn sich schon — dies die ursprüngliche Form des Q—a bei A findet, umsomehr wird es bei B anzutreffen sein — Das ist kein indirectes Schliessen, sondern eine Verdeutlichung des Verhältnisses von A und B und der daraus folgenden Consequenz der Zuerkennung a für B. Die Formel für ein solches Verfahren würde also lauten: A — a __l.___ A bat a B (^> A)*) — a_1____... B (mit Hinzudenken seines diesbezüglichen Vorranges vor A) hat umsomehr a. Die Formel : A — a ־■ < ׳ - B > A B — a ist zwar logisch richtig exponirt, drückt jedoch den thatsächliehen Verlauf des ScMiessens nicht aus. Wüssten wir also von vornherein, dass B > A ist, so würde der Q durch die erstere Formel erschöpfend dargestellt und auch unwiderlegbar sein; es wäre denn, dass die Prämisse B A nicht zugegeben oder aber, dass a als nicht wesentlich von A herrührend erkannt würde. Im. talmudischen *) ist nicht gerade in c^uäntitaver. Hinsicht' zu\nehmen'.■:.

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