Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 44)
- Language
- German
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44 Die neueste CoBstruction der jüdischen Geschichte. Aufm erksamkeit erregten1). Thatsächlich lässt sich ein genaues Bild des Bildungsganges aus Nathan’s Bericht allein nicht gewinnen. Aber soviel ist klar, dass zur Beurtheilung der Verfassung der Akademieen doch zvrei Dinge zu beachten sind, die auch unser Yerfasser übersehen hat. Es muss zunächst die Form der Akademie das ganze Semester hindurch von derjenigen während des Monats der Kallah unterschieden werden. Es muss ferner beachtet werden, dass der Ausdruck. תלמידים nicht immer Anfänger bezeichnet, wielmehr im weiteren Sinne auch die Gelehrten, die bereits tüchtiges Wissen und einen Gelehrtentitel hatten2). Da Graetz die Jünger mit den Tarbizai gleichgesetzt hatte, erleiden auch diese das Unglück einer neuen Erklärung. Die Tarbiza soll in Palästina, und in Babylonien von alters her ein Studiersaal gewesen sein, in dem man zwanglos ohne Aufsicht und ohne Kontrolle beliebig studieren konnte; im Talmud heisst sie ברא oder אבראי und wird spöttisch als diejenige Stätte bezeichnet, in der man jeden beliebigen Unsinn als Gelehrsamkeit bieten könne, in späterer Zeit geniessen die Tarbizai ebenfalls weder Ansehen noch Vertrauen־ Die Erklärung des Wortes Tarbiza war durch Brüll (Jhrb. II. 78) längst bekannt; was der Yerfasser als neue sachliehe Erklärung hinzugefügt hat, ist bereits von autoritativer Seite zurückgewiesen worden. Man gewinnt fast den Eindruck, dass auch er die jüdische Geschichte als eine Art Tarbiza betrachtet, in der schon die hohlsten und unbegründetsten Bemerkungen als neue entdeckte Weisheiten vorgebracht werden können. 11. Halachot Gedolot. Das einzige litte r arische Problem der gaonäischen Zeit, das im vorliegenden Buch behandelt wird, ist das von .dem Verhältnis der Halachot Gedolot und Pesukot. *) וכשמגיעי! למקום הצריך לדם לדבר ידברו בו בינם לביך עצמם ור״י שומע אותם ומבין את דבריהם .... ועתים שהוא שואל מהם פירוש הלכות והם מכבדין זה את זה והכל מכבדי] את ר״י .... וכשמתברר להם הכל יפה עומד א׳ מדרא קמא ודורשה ברבים . . . . Nathan bei Juchasin (ed. Krakau 124 b). Bisher hiess es immer, dass die Schüler keine festen Plätze hatten, vgl. übrigens p. 267, wo auch Hai. diese Erklärung giebt. 2) Man vergleiche בני רב ושאר התלמיד׳, ferner וכל התלמידים יושבי] אחריהם und וקור ין כל הסנהדרין וכל.התלמידים,, endlich וכל השורות ולשאר התלמידים..,. (Jnchasin das.). Der Gaon darf nicht als Eiern ent arlehrer betrachtet werden.