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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 41

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
Date
1902-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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41 Die neueste Construction der jüdischen G-eschichte. seit etwa zwanzig Jahren fungierende Lehrhaus Vorsteher von Anbar bei einer solchen Entscheidung principieller Art übergangen worden sein, oder hat man sie etwa gar gegen seinen Willen getroffen? Das Eine wie das Andere wäre gleich unerhört und in direktem Widerspruch zu allem,, was in Dorot Harischonim über Abrogation talmudischer Vorschriften vorgetragen wird. Ich will dieses Geheimniss verrathen : R. Jizchak wird nicht genannt, weil er in jener Zeit und in jener Stellung nicht existiert hat und nur ein Produkt der Phantasie und der philologischen Akribie Halevy’s ist. 10. Die Verfassung der Lehrhäuser. Zum Verständniss der geonäischen Periode gehört auch die Frage nach der Verfassung der babylonischen Lehrhäuser. Demnach war ihr Platz in der Einleitung. In Dorot Har. folgt sie erst als Cap. XV und würde nach der Anlage des Buches jedenfalls auch dort noch nicht erörtert worden sein, wenn nicht der Verfasser auch diesmal Anlass zu heftiger Polemik gefunden hätte. Und es ist gut, dass er uns diese köstliche Probe seiner Wissenschaftlichkeit nicht vorenthalten hat. Graetz und Weiss haben die Akademie mit einem Synhedrium verglichen und damit den energischen Widerspruch Halevy’s herausgefordert, besonders der Erstere, der auf den Uebergang der Akademie in eine Art Parlament hinwies. Drei Dinge werden gegen Graetz eingewendet: 1) dass dort ,kein Synhedrium war, 2) dass es in Babylonien keine סמיכה gab und 8) dass die Mitglieder der Akademie an der Verwaltung nicht betheiligt waren. Man verfolgt mit Spannung die Beweisführung, denn Graetz und Weiss haben sich in ihren bezüglichen Ausführungen streng an die Quellen gehalten. So genau folgte ihnen Graetz, dass sein Uebersetzer sogar noch über ihn hinausging und auf Grund der alten Berichte den Text erweiterte. Hätte Herr Halevy, wie es einem ehrlichen Gegner zukommt, Graetz im Original gelesen, dann hätte er auch hier manchen gehässigen Angriff unterlassen. Was macht nun unser Autor mit den Quellen? Scherira gebraucht fortwährend den Ausdruck ואסתמיך, ß* Amram Gaon und Xathan ha-Babli sprechen ausdrücklich von Synhedrien und von Synhedristen P Das sind alles für ihn nur übertragene Ausdrücke, Titel ohne Inhalt. Und um dieses tote Mäuslein zur Welt zu bringen, mussten Berge kreissen. Ich lasse es dahingestellt sein, dass es weder von

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