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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 32

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
Date
1902-01-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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32 Die neueste Construction der jiidis-elien Geschichte. die Darstellung den persönlichen ,Quellen zuzuwenden, unter ihnen zunächst den beiden wichtigsten, Scherira’s Sendschreiben und RABD’s Sefer ha~KaJbbalah, über deren gegenseitiges Verhältnis 8 kurz zu reden wäre, so wie Rapoport es in wenigen vortrefflichen Siten gethan1) hat; erst in letzter Reihe, weil am wenigsten umfassend, käme der Berieht des Nathan ha-Babli. — Herr Haievy hingegen, der nur zum Schein eine Geschichte schreibt, in Wirklichkeit aber nichts als Polemik, treibt, behandelt! naturgemäss lediglich was ihm Gelegenheit zu Angriffen auf frühere Historiker bietet, und widmet darum, abgesehen von einem langen Gerede über Abr. Ibn Daiid, das nidits Neues bringt2), die ganze Einführung dem Berichte Nathans. Aber auch hier interessiert ihn durchaus nicht der historische Werth der Quelle3 *), sondern die Auseinandersetzung über den Vorrang der Akademie zu Sura vor derjenigen! Pumbedita5s+ 8. Yorrang 8!1 r a’s. Nach der Stellung dieser Quelle im Zusammenhang des Juchasin hat bisher niemand daran gezweifelt, dass die Privilegien Sura’s in gaonäischer Zeit darin behandelt sind. Die angeführten Thatsachen bestätigen das vollkommen. Die citierte Aufschrift der Briefe passt nur für die Epoche der Geonim, die Verwaltung des Exilarchats nach dem Tode des jeweiligen Inhabers bis zur Neu wähl, der Vortritt des Gaons von Sura beim Lesen der Thor ah, sowie bei der feierlichen Einführung eines Exil&rcben, der höhere Antheii Sura’s an den Spenden für die Bodhschuien, alle diese Momente bestätigt auch unser Verfasser für die gaonäische 1) ־Biographie des B. Nathan b. Jectn Anm. 24. 2) Neu ist nur die Behauptung, dass das Send schreiben Scheriras immer die״ wichtigste Quelle biLdete (163),. aber das ist der bare Unsinn, denn sämmtliehe Chronographen haben das S. ha-Kabbalah benutzt; Asarja de BossL spricht vom Scherirabrief wie von einer ganz neuen Entdeckung (M. E. Cap. XXIY). 3) Graetz hat das schwere Verbrochen begangen, alles, was bei Juchasin auf den Scherirabrief folgt, Nathan zuzuschreiben; der Leser der Dorot muss das mit einem Capitol Schimpferei büssen. Tiiatsächlich läuft nun •die Geschlechtstafel im Jach. das. gerade bis zur Zeit Nathans, so dass dessen Urheber schafft nicht unwahrscheinlich ist. Graetz Vy, 383 sagt auch nur ״vielleicht von Nathan ha־Babli“, in der hebr. Uebersetznng jedoch ist das Worb ״vielleicht“ ausgefallen. Ein ehrlicher Forscher hätte auch hier das! Original eingesehen, ehe er einen solchen Angriff wagte.

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