Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 2× ep/1002670
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30 Eie neueste Construction der jüdischen Geschichte. Verbesserungen auch keine Verbreitung gefunden. Damit stimmt es nicht mehr ganz überein, wenn auf das Beispiel der alten Lehrer verwiesen wird, die für die Sorgfalt und Correctheit der Talmudexemplare eingetreten sind (p. 142). R. Gerschom copierte sich eigenhändig einen Talmud, auf dem doch schliesslich der Talmudtext aller deutsch-französischen Lehrer beruhte. Wenn nun dieser Text schon zur Zeit Raschids (d. h. etwa zwei Generationen später) wiederum sehr viele Zuthaten enthielt, so ist das eben ein Beweis dafür, dass dieselben nicht überall als solche bekannt waren, ganz zu schweigen von der Gestaltung des Textes in den Jahrzehnten nach Raschi, denen unser Verfasser doch Leichtfertigkeit nicht etwa wird zuschreiben wollen, in denen aber die Verbreitung schlechter Texte1) die Entrüstung des R. Tarn erregte. Maimuni benutzte uralte Talmudexemplare, entging indessen trotzdem nicht dem Vorwurf R. Abraham’s ben David, dass er ungenaue Lesarten hätte. Allein das ist ja schliesslich nur ein Streit um Worte, ob die Zusätze als Zusätze im Text enthalten ־waren, oder als Bestandteile desselben betrachtet wurden. Wichtiger ist die Frage, ob die Verschiedenheit der Lesarten von Einfluss auf die Halachah war. Darum dreht sich der Kampf, den der Verfasser ganz unnöthiger Weise aufgenommen, und in dem er trotz aller Fechterkunststücke in der Widerlegung von Weiss doch seine verneinende Ansicht nicht bewiesen hat. Da hier eine einzige verneinende Instanz zum Beweise des Gegenteils genügt, sei nur auf eine Stelle verwiesen, die mir zufällig in den Gesichtskreis kommt. Jesaia di Trani schreibt (N. 33 גרסינן בשילהי פרק כל הכשר כתוב :(ס׳ המכריע במקצת ספרים והילכתא מעמידין וכר ובמקצת ספרים אינו כתוב2) ועיין בפסקיי בפי אין מעמידי שביארתי שזה הלשון אינו ל׳ התלמוד אלא לשון האחרונים הוא שטעו וכוי ואין לסמוך על לשון זה ועל פסק זד. כלל וכד וראיתי שכתבו משם רבינו תם זצוק״ל שגורס זה הלשון ופוסק הלכה כן. Hier ist es klar ausgesprochen, dass ein Lehrer eine Stelle aus dem Talmud ausscheidet, die der andere als ein Bestandteil des Talmud‘; was das. von Raschi Scheb. 36b hineininterpretiert wird, ist unhaltbar. 0 Dass die Käufer oft die alten schlechten Texte zu besitzen wünschten und den verbesserten vorzogen (p. 142), ist ein Purimscherz, aber nicht ein ernster Widerlegung würdiger Einwand. 2) Ygl. Chullin 116 b, Tos. s. v. הכי, Ascheri z. St.