Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die neueste Construction der jüdischen Geschichte. 29 Wessen Autorität aber ist uns massgebender als die Maimuni’s, in dessen Mischneh Thorah der Jerusehalmi auch bei entgegenstehender Entscheidung im Babli oft als Quelle wiederkehrt? Auch R. Abraham b. David hat daran keinen Anstoss genommen, und hat selbst von dieser Freiheit wiederholt Grebrauch gemacht1)- Glücklicher ist Herr Ilalevy in dem Nachweis, dass die Geonim den Jerusehalmi kannten. Hier hat Frankel thatsächlich geirrt, und es war für den Autor leicht, die auch sonst bekannten; Spuren der Benutzung nachzuweisen. Allein von einer allgemeinen Verbreitung der Jerusehalmi kann darum keine Rede sein. Der Verfasser schiesst damit über das Ziel hinaus; denn die Stellen aus Scheeltot und Halachot Ged010t die er citiert, kö^nnen sehr wohl auch anderen Quellen entstammen. "Was in Scheeltot Besch. 3 im Namen ChiskijVs citiert ist (p. 132), konnte z. B. der Mechilta des R. Simon entnommen werden2}. Dass Hai. Ged. Ber. L Ende ein späterer Zusatz ist, hat bereits Rapoporü nachgewiesen3). 6. Der Text des Talmud. Rein apologetische Gründe leiten den Verfasser, wenn er alle späteren Veränderungen im Text des Talmud (Zusätze und Druckfehler) leugnet. Es ist ein starkes Stück^die offenkundige und zu allen Zeiten, von Alten und Neueren, anerkannte Existenz vonHinzufügungen im Talmud nach der Epoche der Saboräer rundweg zu verneinen; darum schränkt der Verfasser seine Behauptung ein, indem er zwischen Originaihinzufügungen unterscheidet und solchen, die nur durch Versehen irgend eines Schülers oder Ab- Schreibers vom Rande, wo ihr ursprünglicher Platz war, in den Text gekommen sind. Zuthaten der ersten Art giebt es im Talmud nicht, und die letzteren waren allen R i 8 c h 0nim als solche bekannt, und wurden darum von ihnen als solche gekennzeichnet4). Aus streichen konnten sie derartiges nicht, und vor der Erfindung des Buchdrucks hätten solche 9 Vgl. z. B. ד,, י־״ש ni 5 זה הרב דרכו להיות סומך ע; הירוש׳ ובאן לא סמך, vgl. ferner הי יו׳יט V111 16 בירושלמי . . . ואע״פ שיש לידקדק ע ל ז ה ה י ר ו ש ל מ י מן הנמר׳ נאה ומתקבל הוא siehe hingegen ה• סוכה V 9 : בירוש׳ מצא אותה ולא ידעתי למה כתבה vgl. Weiss Dor etc..111227 f. 2) Lewy J. Ein Wort über die Mechilta des E. Simon, p. 22. 3) כ״ח VI, 234 ff; vgl. auch Beth Talmud III, 210. 4) Das in Dorot III p. 139 angeführte Beispiel Baba mez. 13 b wird aber doch von den Tossafisten so ernsthaft diskutiert, als wäre es