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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 28

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
Date
1902-01-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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28 Die neueste Construction der jüdischen Geschichte. t ט Dg* der langen Lebens datier B׳. Jochanan’s fällt aber auch die Folgerung, dass seine unmittelbaren Schüler den Talnmd in der von ihm gegebenen Fassung nach Babylonien brachten. Die Alten, auch Maimuni, hatten keine Schwierig״ keit, R. Joch an an als Redactor des pal äst. Talmuds anzusehen, da sie es nicht wagten, die Ueberlieferung von seinein endlos langen Lehen zu bezweifeln. Es bleibt demnach hei der hergebrachten Anschauung, dass die Mängel in der Form des Jeruschalmi durch die Verfolgungen und die plötzliche Auswanderung der Gesetzeslehrer, sowie durch das Fehlen einer Behörde nach Art der Saboräer Yerursacht sind. Der Talmud, d. h. die Lehr form von Palästina, war bei dem regen Verkehr zwischen beiden Ländern auch in Babylonien nicht unbekannt, dass man dort aber sämmtliche Lehrsätze kannte und über die Halachah der Palästinenser im einzelnen abstimmte, das ist der reine Unsinn. Die blosse Existenz Y0n הלוף מנהגים בין בני בבל לבכי ארץ'ישראל, die sich keineswegs immer auf gleichgiltige Dinge beziehen, zeigt deutlich, dass auch in nachtalmudischer Zeit den Palästinenser und die Y0n ihnen im Ritus abhängige Diaspora sich in ihren religiösen Observanzen durch den babylonischen Talmud nicht beeinflussen Hessen. Erst ganz allmählich nach Jahrhunderten macht sich mit dem wachsenden Ansehen der öeonim der baby- Ionische Einfluss immer mehr und fast ausschliesslich geltend. Wie das gekommen ist, können wir gelegentlich noch verfolgen; וקמאי דילכון מן בני ארץ ישרז נקטיה להא מילתא ואתון השתא כל מעשיכם במנהגות שלנו ובתלמוד שלנו הכין מבע,־ לבון למעבד, so schreibt der Gaon an eine Gemeinde, die im Uebergang von ihrem palästinischen zum babylonischen Ritus (um es kurz zu bezeichnen) begriffen ist1). Ganz alle Antorität verloren hat der Talmud jeruschalmi nie; das einzige Beispiel דאסור באשת חמיו, dem Herr Halevy durch einen grossen Pilpul seine Bedeutung zu nehmen sucht (p. 138), liefert jedem einfach und gerade Denkenden heute noch wie zur Zeit der Tossaphisfcen den Beweis, dass in nachtalmudischer Zeit Entscheidungen auch dem Talmud jeruschalmi entnommen wurden. Es hiesse mit leicht erreichbarer Gelehrsamkeit prunken, wollten wir da noch das Zeugnis unbedenklicher Autoritäten, wie des R. Chananel oder R. Tarn anführen. ג) Angeführt hei Jes. di Trani ׳ המכדיעD, N1% 42 Ende.

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