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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 26

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
Date
1902-01-01
Page
Seite 26 (sequence 26)
Language
German
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26 Die neueste Consrtuction der jüdischen Geschichte. Demnach hat unser Autor bei der Genauigkeit im Citieren, die ihn auszeichnefc, wohlüberlegt gerade jene Zeilen übersprungen, die den speciellen Charakter der einzelnen Talmudsammlungen und ihre Vielgestaltigkeit rechtfertigen. Wir können damit zur Abhängigkeit des Jeruschalmi vom Babli übergehen. Es ist ein bis in die Kreise der Orthodoxie anerkannter Grundsatz, dass die Entwickelung und schliessliche Gestaltung der Halachah im Jeruschalmi von derjenigen im Babli verschieden sind. Nun hat es allerdings die vorzeitige gewaltsame Schliessung der palästinisehen Schulen zur Folge gehabt, dass für die rituelle Praxis allgemein der babylonische Talmud entscheidend wurde. Fragte man nach der Ursache hiervon in Zeiten, in denen die Verfolgungen der Kaiser Constantius und Gallus weniger bekannt waren, so antwortete man mit dem Grundsätze הלכה בבתראי; Alfassi [Erubin Ende] war hierin das Orakel für das gesammte Mittelalter, — ,Herrn Halevy müssen wir Dank wissen, dass er (p. 112) schon R. Hai Gaon als Vertreter dieser Ansicht nachwies — dass der Jeruschalmi dem Babli bereits Vorgelegen hat, und dass die Entscheidüngen dieses mit Rücksicht auf jenen erfolgt sind. Dagegen hat Frankel die Stellen hervorgehoben, in denen Alfassi selbst auf den Jer. gestützt Entscheidungen trifft. Allein um Antworten ist unser Autor nicht verlegen. Er verweist all diese Stellen in Fragen, die im Babli gar nicht behandelt sind, eine Behauptung, für die er den Beweis im einzelnen noch schuldig ist!). Dass wir von einer solchen texfcmassigen Abhängigkeit nirgends eine Spur wahrnehmen, und dass darum nur von b Eine Kleinigkeit nebenbei. Diese Erörterung wird eingeleitet durch eine geographische Auseinandersetzung über den verschiedenen Gebrauch des Wortes בבל im Talmud, die bei Graetz IV3 250 f. langst gegeben war. Die Anwendung davon, wird ausser für einige Talmudstellen auch für die Erzählung vom Streit zwischen B. Saadja und dem Karäer Salm. b. Jer. gemacht, u. zw. sollen nach dem sehr geistvollen und im Augenblicke bestechenden Vorschlag des Verfassers Salmons Worte והבאתי תלמוד א״י . . ♦ * והלכתי לבבל auf die Stadt Babel Bagdad bezogen werden. Nun steht aber im arab. Original bei Pinsker Lik. Kadm. אלעראק, womit nur das Land gemeint sein kann. Dass Salmon viel gereist war, hat Pinsker dort nachgewiesen, und dass es sich nicht um den Talmud Jerusch., sondern um eine polemische Schrift cles Jak. b. Efraim handelt, hat Poznaiisky im Kaufmann- Gedenkbuch wahrscheinlich gemacht. Demnach wäre wieder eine der Säulen, auf denen dieses Buch ruht, zusammengestürzt. .

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