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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
Date
1902-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 Die neueste Construction der jüdischen Geschichte. Aschi unmöglich als endgiltigen Talmudredactor bezeichnet haben, denn Abraham Ihn Daüd, der ihm folgte, weiss nichts davon. Des letzteren Anschauung theilt Maimuni, und wenn er R. Aschi allein als Ordner des Talmuds nennt; so geschieht es nur der Kürze halber, da wo es ihm lediglich auf das Dogmatische ankommt; wo er historisch spricht, erkennt auch er die spätere Fortsetzung dieser redactionelien Thätigkeit an1). Heber die Einheit der Tradition ist sieh unser Yerf. selbt nicht recht klar, und jedesmal wenn er von der Thärigkeit der Redaction derselben im Talmud spricht, fügt er ein neues Moment hinzu. Erholen wir uns auch hier bei Scherira, dem Pfad weiser in allen einschlägigen Fragen, Rat, so erfahren wir nur von einem allmählichen Anwachsen des Stoffes und von Verschiedenheiten ein״ z e 1 n e r Talmudsammlungen; von fortwährenden Ab־ Stimmungen jedoch weiss der Gaon nichts zu erzählen. Wie sollten denn auch die vielen Zweifel entstehen, wenn alle Lehre n u r auf TJeberlieferung beruhte, oder wie sollten all die Zweifel und Unsicherheiten gelöst werden, wenn alles nur auf Ueberlieferungen zurückging? Majoritätsbe- Schlüsse können doch das Gewicht der TJeberliefer u n g unmöglich aufwiegen. Herr Halevy zitiert selbst die verschiedenen Relationen von Halacha’s in den einzelnen Me־ tibta’s, ohne daraus die nothwendige Folgerung zu ziehen, dass eine solche Verschiedenheit bei einer alles umfassenden einheitlichen Tradition unbegreiflich, mithin ausgeschlossen ist. Hätte er Frankel98 Mebo 11a־Jeruschalmi ohne Voreingenommenheit studiert, und hätte er die klassische Abhandlung gekannt, in der mein hochverehrter Lehrer D1\ J. Lcwy2 * *) die Entstehung des Talmud erläutert hat, so hätte er Anschauungen sich zu eigen machen können, die dem Selbstzeugniss des Talmud, und den Meinungen der ältesten Autoritäten entnommen sind. Wie es im übrigen mit der Vollständigkeit der lieberlieferung bei den Amorären häufig stand, das mag hier ein *) Welchen Antbeil Maimuni den! jüngeren Kabina an der Redaction des Talmud zuschrieb, geht allerdings weder aus der Einleitung zumMisclinah-Commentar noch aus der zum Misehneli Thora klar hervor. 2J Yorrede zur Interpretation des I. Abschn. des pal. Talmud- Traktates Nesikin im Programm des Jüd.-Theol. Seminars zu Breslau 1895.

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