Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
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Die neueste Construction der jlidisehsn Geschichte. _ 21 Schlimmer ist ein anderes Beispiel. Am Ende von § l über Maremar, den Nachfolger ß. AschPs, wird Graetz der Vorwurf gemacht, dass er diesen Amora mit Amemar identificiert. Diesem ist der folgende Paragraph gewidmet, da infolge eines Versehens im Seder ha־Dorot grosse Irrthümer (טעותים, sic!) über ihn verbreitet sind.. Wiederum wird Graetz untergeschoben, dass er diesen Fehler nachgeschrieben und Amemar zum Schulhaupt in Sura gemacht habe, und aut derselben Seite ihm noch einmal der Vorwurf gemacht, dass er Amemar als Hörer ß. Aschi’s nach Sura versetzt habe (p. 68f.) So viele Citate, so viele Unwahrheiten. Bei Graetz IV3 p. 351 heisst es wörtlich : Auch ,Sehardea. . ♦ erlangte wiederum einigen ßuhm durch das von Amemar dort er öffnete Lehr haus (390—420). Aber keiner dieser Lehrer machte R. Aschi den Vorrang streitig . . . . Die ältesten Amoräer (diese Worte unterdrückt unser Verfasser wohlweislich) Huna b. Nathan, Amemar und Mar Sutra ordneten sich freiwillig R. Aschi’s Autorität unten Daselbst p. 371 lesen wir: Nach R. Aschi’s Tod wählte das suranische Collegium einen Genossen R. AschPs, ß. Jemär oder Mar Jemar (zusammengezogen Maremar) und endlich Note 1, Nr. 24 p. 386: Jemar, Varianten 742, Scberira 743, S. Oh. 7441). 5, Babli und Jeruschalm i. Ein wichtiger Punkt für den Autor und auch für die Auffassung der jüdischen Litteratur ist die nun folgende Auseinandersetzung über das Verhältniss zwischen Babli und Jeruschalmi und die Geschicke des ersteren in der Zukunft (106—146). Zum Verständniss der auch hier zum grossen Th eil neuen Theorie müssen wir etwas weiter ausholen und des Verfassers Ansicht über den Abschluss und die Bedeutung des Talmud überhaupt kennen lernen. Der Talmud ist ihm, in seinem halachisehen Theile wenigstens, das Credo des Judenthums, der Abschluss desselben ein Act der Inspiration, die Erläuterung, die er dafür giebt, mehr eine theologisch-mystische Umschreibung als eine historische Erklärung. In keinem Falle, heisst es (p. 126), kann man von ג) Ich sehe allerdings eben, dass in der hebr. Uebersetzung S. P. Babbinowicz diese Identität mit Amemar hlnzugefügt bat; der Verfasser war aber keineswegs befugt, Graetz für die Versehen seines Uebersetzers verantwortlich zu machen. Dieses Beispiel steht nicht,vereinzelt da. ,