Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
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Die neueste Construction de! jüdischen Geschichte. 15 nach Anbar auszuwandern, um erst in der kriegerischen Bewegung Bahranis von diesem 589 die Wiedereröffnung der Akademie von Pumbedita zu erlangen. Was hat nun unseren Autor veranlasst von diesen klaren Angaben der Quelle abzuweichen und ein Wirrsal unbegründeter Hypothesen an deren Stelle zu setzen? Die Antwort ist einfach genug: ein falscher Text des Seherirabriefes. Die oben im Druck hervorgehobenen Worte sind in der Ausgabe des Sendschreibens im Juchasin, die der Yerf. ursprünglich ausschliesslich benutzte, durch ein Yersehen ausgefallen. Darum fehlt dort die Einleitung von den Schul* häuptern von Sura und der Uebergang zu denen von Pumbedita, so dass naturgemäss auch in der Chronologie ein Widerspruch entsteht, und Sabina nach seinen Nachfolgern gestorben sein müsste, wenn wir nicht durch eine Conjecfcur im Texte nachhelfon. Dass damit freilich die Schwierigkeiten noch nicht beseitigt sind, und immer noch Nachfolger übrig bleiben, die vor ftabina sterben, das merkt der auf seine Endeckung recht stolze Yerfasset nicht. Ja, als wäre er mit Blindheit geschlagen, widerlegt er selbst den glücklichen Einfall, dass wir es hier mit zwei parallelen Grelehrtenreihen zu thun haben. Das sind allerdings böse, aber immerhin verzeihliche Irrthümer. Unglaublich ist es jedoch, dass ein so frommer Herr, ehe er ein von allen1) Quellen bezeugtes sowie durch Bestimmung• des Monats und des Wochentags2) genau fixiertes Datum ändert, sich nicht doch ein wenig in den Texten um sieht. Wir besitzen vier moderne Ausgaben des Scherirabriefes, darunter die vortreffliche von Neubauer, die das reiche textkritische Material sorgfältig verzeichnet; Herr Halevy hat einige dieser Ausgaben besessen, denn er citiert sie später häufig, aber er hat es nicht für nöihig gefunden einen dieser Texte zu ver- ף Im S. ha Kabbalah (Neub. 61) fehlt clas Todesjahr Sabinas, es findet sich dort nur das Jahr für den Abschluss des Talmud 500; da jedoch auch. B. Nissin Gaon, eine der Quellen B. Samuel ha Nagid’s, dessen Schrift wiederum die Vorlage für Abr. ibn Daüd bildete, das Todesjahr Eabinas ebenfalls 500 ansetzt (Maphteach EinL), muss Abr. ihn Daüd dieses Datum gekannt haben. Seine Angabe לבאלתד. שנה היה רבינא ר״י שנה אהת, die unseren Verf. vollends irre getührt hat, indem er darin die Fuuctionsdauer erblickte, bezieht sich vielmehr auf das D.itum der vorher et wähnten Verfolgungen, vgl. Brüll 1. c. Anm. 8. 2J Herr Halevy ist freilich naiv genug, die Angabe des Monatsdatums auch in sein neues Jahr mit hinüber zu nehmen (p.2‘2), während im Jahre 475 der 13. Kislew (— 28. Nov.) bekanntlich ein Freitag war.