Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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"Die neueste Construction der jüdischen Geschichte. 13 Akademie von Pumbedifca zurück und berichtet, dass in jener Zeit, nach 4 2 7, zunächst ß. Gebiha aus Be-Katil, von 438—443 Rafram u. s, w. die Akademie leiteten, vorzeichnet auch hier die traurigen "Wirkungen der Religionsverfolgungen und schliesat endlich mit R. Sama, der 476 starb, und seinem Nachfolger Rabbah Jose, während dessen Amtszeit dasEnde der Hora ah e i מ g et r e ten und der Talmud abgeschlossen worden war. Die dem Bericht über R. Jose angefügte Bemerkung וביומיה סוף הוראה ואסתדם תלסודא besagt nichts Neues, sondern fasst י nur zusammen, was bereits oben bei Rabina erwähnt war, um darauf hinzuweisen, dass damit das zweite Glied der parallelen Reihe am End■־ punkte angelangt ist. Wenn Herr Halevy in diesem Satz einen neuen Akt der Talmudredaction erblickt, so macht er mit dieser Interpretation genau denselben unbegreiflichen Fehler, den er bei Weiss mit scharfen Worten tadelt. Der Gaon geht dann zu der neuen Klasse von Gelehrten, den Saboräern, über, die nach einer im Lehrhaus erhaltenen Tradition1) in kurzer Zeit starben, 504 verschied R. Sama u. s. w., 515 R. Teohina und Mar Sutra, während dieser Zeit und noch einige Jahre später blieb R► Jose Vorsteher von Pumbedita. Nach ihm wirkten R. Jona in Sura und R. Simuna in Pumbedita, auf diese folgte R. Rabai in der letzteren Akademie; allein dann trat eine neue Periode von Verfolgungen und Unterdrückungen ein, darum konnten die Lehrvorträge nicht regelmässig stattfinden, die Metibta musste geschlossen werden, die Gelehrten von Pumbedita wanderfcen nach Nehardea aus und blieben dort, bis 589 R. Chanan zurückkehrte und das Lehrbaus von neuem eröffnete. Die Periode der Saboräer gehört demnach in ein Jahrhundert ernster politischer Verwicklungen, die Babylonien in schwere Kämpfe stürzten, und auch die dortige Judenheit in ihren Grundfesten erschütterten. Bereits am Ende des V. Jahrhunderts hatte der Fanatismus der Magier den Vernichtungskampf gegen das Judenthum angeregt, die Gesetzeslehrer wurden verhaftet und hingerichtet, der Unterricht wurde verboten, die Jugend in der Zendreligion erzogen. In diese Leidenszeit fällt die Wirksamkeit Rabina s, ־während l) Auch das ist neu, dass der Ausdruck ]ואמרי bei Seherira stets auf eine zuverlässige mündliche Tradition hinweisen soll (p. 20).; da es gewöhnlich den gesicherten Ueberlieferungen entgegengestellt wird, ist eher das Gegentheil anzunehmen, vgl. ,ואמרי] דגאון הוד bei R. Rabai.