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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1902) · p. Seite 10

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1902)
Article
Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
Date
1902-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Die neueste Constructicn der jüdischen G-eschichte. Allein es ist Zeit, dass wir die Resultate dieses seitsamen Werkes betrachten, denn es giebt immer noch Thoren genug, die die Erforschung der jüdischen Geschichte auch ohne Methode und ohne Klarheit für.möglich halten, 2. Die Saboräer. Das erste grosse Resultat gewinnt der Verfasser durch eine ״verb esserte“ Chronologie im Leben Rabina’s, des sogenannten letzten Amora, und durch eine neue Vertheilung der Saboräer a<uf verschiedene Geschlechter, Der Talmud war danach von R. Aschi im Vereine mit den Zeitgenossen und unter besonderer Betheiligung seines Collegen, Rabina I, geordnet und abgeschlossen worden 5 die jüngeren Zeitgenossen nun, die an diesem Werke theilgenommen hatten, überlebten R. Aschi und sein Geschlecht, sie gehörten somit noch zur Epoche der Horaah, sind aber genau genommen^ doch keine Amoräer mehr. Sie hatten den Talmud bereits geordnet und abgeschlossen vor sich, fügten aber hier und da Kleinigkeiten in den Text ein, die das Verständniss und die Entscheidung erleichtern. Repräsentant dieser Thätigkeit ist Rabbah Tosfaah, der eben von diesen Zusätzen seinen Namen hat, ihr letzter Vertreter aber der jüngere Rabina (b. Huna) der nach einer Amtszeit von nur wenigen Monaten am 13. Kislew, nicht תתי״א, wie alle Historiker bisher falsch bei Scherira lasen, sondern תשפ״ו d. h. 475 starb, und mit dessen Tode die Horaah abschliesst. Auf ihn folgte das erste Saboräergeschlecht, das Zeitalter der Rabbah Jose, R, Achai, u. a., welche Schüler der letzten Amoräer und demnach der Horaah noch nahe waren. Ihre eigene Thätigkeit bestand darin, Zweifelhaftes und Schwebendes zu erläutern; sie waren es auch, die den Talmud niederschrieben, nach ihrer gesammten Thätigkeit heissen sie סבוראי דמפרשי דמקרבי להוראה (p. 26). Gegen 520 beginnt ein neues Geschlecht unter R. Ina in bura und R. Simuna in Pumbedita, dessen Thätigkeit sich wohl von der des ersten nicht unterscheidet. Erst R. Rabai aus Rob, ihr Nachfolger, leitet eine neue Zeit ein; andererseits figuriert er noch mit unter den Saboräern der ersten Klasse und wird im Talmud genannt,. Allein Scherira berichtet von ihm, dass er ein sehr hohes Alter erreicht hat, d. h. da Scherira selbst damals hochbetagt war, mindestens 100 Jahre. Demnach hatte R. Rabai noch die alten Zeiten miterlebt und selbst später (bis 560) die Hochschule im Pumbedita geleitet.

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