Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die nach Raschi benannten Gebäude in Worms
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 8)
- Language
- German
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Die nach Rasehi benannten G־ebäude in Woims. 5t ״zu seiner Zeit4‘ beziehen sich auf die ersten Amtsjahre Elia’s. Juspa konnte das Lehrhaus vor der Zerstörung nicht gesehen haben, denn während seines Aufenthaltes in Worms (1623—1678) lag es in Trümmern♦ Wir werden bald sehen, dass das Bet ha-Midrasch erst gegen 1720 wieder hergestellt wurde. Hier finden wir das Bet ha-Midraseh zum erstenmaie von Elia nach Rasehi benannt. Das Bethaus Rasches, von dem hier die Rede ist, scheint nach 1620 restaurirt worden zu sein1). 5) Die Sage von Rasehi und Gottfried von Bouillon. — Die ältere Fassung der Sage kennt noch nicht Worms und weiss nichts von einem Lehrhause Raschids daselbst zu erzählen. In der ursprünglichen Sage wird erzählt: Gottfried verlangt von Rasehi, dass er zu ihm nach Lorraine (Lothringen) komme, aber Rasehi geht darauf nicht ein. Gottfried geht darauf zu Rasehi und befragt ihn über den Ausgang des Kreuzzuges, den er vorhatte. Rasehi antwortete ihm kurz: du wirst Jerusalem erobern und daselbst als König drei Tage verweilen. Am vierten Tage werden dich die Mohammedaner vertreiben, und du wirst in die Stadt mit drei Pferden zurückkehren. Gottfried wurde über diese Prophezeihung ungehalten und sagte zu Rasehi : Möglich, dass deine Aussage in Erfüllung geht; aber wenn ich mit vier Pferden zurückkehre, so werde ich dich und sämmtliche Juden Frankreichs umbringen. Die Sage weiss nun, der Geschichte Hohn sprechend, zu erzählen, dass Gottfried nach 4 Jahren in die Heimath zurückkehrte und zwar mit drei Reitern, so dass von seiner Armee vier Pferde übrig geblieben waren : die der 3 Reiter und das seinige. Seiner Unterredung mit Rasehi eingedenk, wollte Gottfried Rasehi umbringen. Aber merkwürdigerweise ereignete es sich, dass, als Gottfried das Stadtthor passierte, sich ein Stein von der Oberschwelle des Thores löste und einen seiner Reiter sammt seinem Pferde erschlug. Gottfried erschrack und sah ein, dass Rasehi Recht hatte. Er beschloss, bevor er nach Hause ging, Rasehi zu besuchen und ihm seine Ehrerbietung zu bezeigen; fand ג) Lewysohn, dem die Existenz eines Bet ha־Midrasch in Worms und eines zu demselben gehörenden Bethauses unbekannt war, citirt נפשות צדיקים S. 101 die Erzählung Juspa’s und bezieht sonderbarerweise beide Gebäude auf die Raschi-Kapelle, s. weiter IV. 4*