Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die nach Raschi benannten Gebäude in Worms
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829753-2829755-2845502--30460-2845564- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 2× ep/1002670
OCR text
48 Die nach Raschi benannten Gebäude in Worms. Die Lehrtätigkeit Raschi's in Worms ist somit aus־ geschlossen1), und ist eine der vielen Legenden, welche an den grossen Namen Raschi’s anknüpfen3). II״ Das Bet ha-Midrasch Rasclii’s (die Klaus). Das Wormser Bet ha-Midrasch befand sich in dem grossen Gebäude, welches südlich von der grossen Synagoge hinter dem Garten steht, und woselbst sich gegenwärtig das jüdische Spital befindet. Ich stelle hier alle mir bekannten Daten über dieses Bet ha-Midrasch zusammen und setze dabei voraus, dass es in Worms nur ein einziges Bet ha- Midrasch gegeben hat. Wir besitzen Häuserverzeichnisse der Judengasse in Worms aus verschiedener Zeit mit Angabe der Namen aller Häuser, und aus diesen Yerzeichnissen erhellt es mit ziemlicher Sicherheit, dass es in Worms nur ein einziges Bet ha-Midrasch, und zwar in dem erwähnten Gebäude, gegeben hat. 1) IJm 1250, Cod. Günzburg 614, welcher den Kommentar des Eleasar Rokeach zu den Gebeten enthält, lautet folio 60 b : Dies ist abgeschrieben in der Stadt Regensburg im Hause des Jehuda b. Mose, des Enkels des Rabbenu Ephraim3). 0 Schon Zunz (Zeitschr. S. 319) bezeichnet sie als Jrrthum. Die Versuche, welche von verschiedener Seite (s. Asulai שם הגדולים s. v. ר׳ שמעון בר יצחק, und Levysohn נפשות צדיקים s. 100bgemacht wurden um die Lehrthätigkeit Raschi’s in Worms plausibel zu machen, beruhen auf Unkenntnis der Geschichte und der einschlägigen Litteratur. *) So weiss die Legende, dass Raschi nach den fernsten Gegenden bis Persien wanderte, um sich zu überzeugen, ob sein Talmud- Commentar mit den Erklärungen der Jeschibot iibereinstimme (Zunz, Litg. S. 626 und 49 שלשלת הקבלה a) und dass Gottfried von Bouillon Raschi um Eath fragte, ob er den ersten Kreuzzug mitmachen solle, s. weiter II, N. 5 und Zunz, Zeitschr., S. 378. *) Ephraim aus Regensburg war Zeitgenosse des Rabbenu Tarn, lebte also gegen 1160. Er hatte einen Sohn Mose, der gegen 1190 lebte, und gegen den schon Baruch b. Isaak polemisiert (Or Sarua II, 120 b). Er kann nicht der Vater Jehuda’s gewesen sein, denn dann wäre Jehuda ein Zeitgenosse Eleasar’s (starb um 1230) gewesen, während das Äuffinden des Commentars auf eine spätere Zeit hinweist. Unser Mose muss ein 'Enkel Ephraim’s gewesen sein, und auf ihn, nicht auf Jehuda beziehen sich die Worte בן בנו של דבינו אפרים (gegen Gross Ms. 20,