Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 1
- Article
- ur Exegese der verschiedenen Namen der Stiftshütte
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829753-2829755-2845500--30425-2845533- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
Zur Exegese der verschiedenen!Namen der Stiftshütte. 17 den Namen קראי מועד (d. h. selbst wenn alle Versammhingen dort ab gehalten wurden, was aber in keiner Weise bewiesen). Dort finden Versammlungen statt, weil, wie wir schon oben angedeutet haben, dieser Ort am geeignetesten für Zusammenkünfte war. Denn weder mit den berufenen Räten, noch mit dem Volke, spricht Gott; Moses allein vernimmt die Stimme des Herrn (Midrasch Tanchumah, Wajiqra, Abschn. 1). Die Räte tragen Moses ihre Ansicht vor, Moses thut ihnen den Willen Gottes kund; die Zusammenkunft mit Gott hat nur Moses, (Raschi, Lev. 1, 1. Jalqut Schimeoni das.). Die Zusammenkunft der Räte mit Gott ist also nur eine indirecte. Die LXX übersetzten Ohel Moed mit ״gwqvyi tou p,apTup£ou oder [xapvoptac״, darnach die Vulgata meist tabernaculum testimonii, aber auch tabernaculum foederis, daraus ist Luthers ״Stiftshütte״ hervorgegangen. Das ist insofern richtig, als ja ursjirünglich Ohel Moed nur derjenige Ort ist, wo die Gesetzestafeln stehen. Allein die LXX und die Vulgata verwechseln Ursache und Wirkung. Gott wohnt über der Lade, die Wirkung ist, dass dort die Unterredung stattfindet, der Name aber kann nicht von der Ursache, sondern muss von der Wirkung herkommen. (Die LXX und die Vulgata haben מועד irrtümlich von עוד testari abgeleitet : s. Gesenius Wb. zu מועד). Unter Ohel Moed ist zwar ursprünglich nur der Ort zu verstehen, wo die Bundestafeln stehen, aber der Wortbedeutung nach muss Ohel Moed, mit ״Zelt der Zusammenkunft“, übersetzt werden. Ohel Moed ist also nur Qodesch Qodaschim. Später hat auch das Qodesch diesen Namen annectirt. Brandopferaltar und Vorhof aber sind unter Ohel Moed nicht mit inbegriffen. Es lässt sich dies folgendermassen begründen. Das eigentliche Zelt, hat von dem hervorragendsten Teil desselben den Namen übernommen, auf den Altar aber, der ausserhalb des Zeltes steht, konnte dieser Name nicht übergehen, und er gehört deshalb nicht zu dem Ohel Moed, was aus Stellen1), wie Ex. 29, 44. 30, 8. 40, 0 Ex. 28, 48. 30, 20. 40, 82., wo מזבח besonders hervorgehoben, beweisen nicht, dass der Brandopferaltar nicht zu dem Ohel Moed gehörte. Ex. 28, 43 will nur sagen, dass die Priester die vorgeschriebenen Kleidungsstücke tragen müssen, ob sie im innern des Zeltes, oder beim Altäre den Dienst verrichten. Ex. 30, 20. 40, 32. will hervorheben, dass die Priester Hände und Küsse waschen müssen, ob sie im Zelte räuchern Monatsschrift, 45. Jahrgang־. 2