Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 1
- Article
- ur Exegese der verschiedenen Namen der Stiftshütte
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829753-2829755-2845500--30415-2845523- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zur Exegese der verschiedenen Namen der Stiftshüfcte. 7 Sündopfer (Lev. 4, 5. 16) deren Blut im Heiligen gesprengt wird. Der Ausdruck Qodesch (6, 23) wird um so eher auch als Qodesch Qodaschim aufzufassen sein, als ja das Qodesch durch 1אל אהל מועד לכפר) schon genügend bezeichnet wäre. (Yergl. Ihn Esra z. St.) Sollte nur der Teil des Heiligtumes ״ausserhalb des Vorhanges“ gemeint sein, so wäre das Attribut בקדש überflüssig. Es würde vollständig genügen, wenn es אל אהל מועד לכפר heissen würde, da aber auch בקדש steht, so bezieht es sich auch auf das Allerheiligste, d. h. auf das Sündopfer des Hohenpriesters, welches er am Versöhnungstage darbringt, dessen Blut im Qodesch Qodaschim gesprengt wird.2) In Bezug auf die andern Sündopfer aber (Lev. 4, 5.16), will בקדש blos die Richtung angeben, d. 11. dass nach der Riehtung des Allerheiligsten hin gesprengt werden soll (4, 6. 17). Nach Raschi (z. St.) seien hier Sündopfer gemeint, deren Blut ausserhalb gesprengt werden soll, die aber der Priester im Allerheiligsten sprengen wollte. Diese sollen verbrannt werden und seien ungilfcig. Demnach hiesse לכפר *er wollte versöhnen“ und בקדש bezöge sich auf Qodesch Qodaschim (yergl. jedoch Nachmanides z. St. und ebendaselbst die Erklärungen R. S. B. M/s u. Ihn Esra’s). Knobel (Exegt. Handb. o. Aufl. S. 487) übersetzt hier: ״Die Sündopfer von deren Blut in die Stiftshütte hineingebracht wurde, zu versöhnen im Heiligtum, d. i. um daselbst Sühngebräuche zu vollziehen.“ Aus zwei Gründen wird man gegen diese Auffassung sein müssen. Erstens ist hier sowohl Qodesch als Qodesch Qodaschim gemeint und zweitens ist in Lev. 16, 17. 27, worauf Knobel hin weist, nur von Qodesch Qodaschim die Rede. Dort steht Qodesch in Bezug auf Y. 2, in welchem x) Siehe I. Chr. 23, 32, wo unter ״Qodesch“ das Allerheiligste und unter ״Ohel Moed“ das Heilige zu verstehen ist. 2) Yergl. Ihn Esra zu 6, 23, der ausdrücklich bemerkt: ״Innerhalb des Vorhanges ist ״Qodesch“ im Gegensätze zu ״Ohel Moed“, als Beweis dafür führt er Lev. 16, 3 an, wo es heisst: »Mit Folgendem soll Aharon in’s Qodesch« ״kommen“ und an dieser Stelle ist ja mit Qodesch nur das Allerheiligste gemeint. Die Einwendung des Biur, dass Ex. 16, 3 nur mit Bezug auf Y. 2, aufzufassen, ist wohl richtig, allein Ibn Esra wilL nur auf den Gegensatz von ״Ohel Moed“ und Qodesch hinweisen und sagen, wenn Qodesch gemeint wäre, so genügt die Be- Zeichnung »Ohel Moed«, בקדש aber weise direkt auf Qodesch Qodaschim hin. Yergl. auch Menachoth 27b, Sebachim 82h und dazu Maimonides Hilchot Biat ha-Miqdasch Abschn. 2, 2.