Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 14)
- Language
- German
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Zur Charakteristik des Lev: ben Abraham ben Chajjim. 37 dass dieser Name darauf hindeute, dass in Gott die Erkenntnisslähigkeit mit der Erkenntnissthätigkeit und folglich auch mit der ErkenntnissWirklichkeit identisch sei [מושכל^משכיל^שכל], eine Interpretation, die Jakob Anatoli entlehnt ist1). Daneben führt er auch noch die Erklärung ״Mancher“ an, dass dieser Name eine Wesensbezeichnung, dass Gott nothwendig .existire, und eine attributive Bezeichnung, dass er Schöpfer sei, enthalte, als wenn das erste Verbum ein Kal, das zweite ein Piel (בנין דגוש) wäre2). Der Name אני והו, derimTalmud vorkommt [Sukka 45 a (4,4)], will uns ebenfalls anzeigen, dass in Gott Denken, Denkendes und Gedachtes zugleich sei. Das Erkennende sagt gleichsam vom Erkannten, bzw. dieses von jenem: ich und dasselbe sind eines3). Dies kann auch noch in einem anderen Sinne gesprochen werden. Da nämlich die Vollkommenheit des Menschen darin besteht, dass er reine Formen in sich aufnimmt,־ so könnten die Worte אני והו הושיעה נא (Sukka a. a. 0.) auch bedeuten: ich und die reine Form sind eins, deshalb bin ich deiner Hülfe würdig4). Die Bezeichnung Gottes als יה belehrt uns über seine Allmacht 5)’ dieses Wort wird denn auch in Ps. 89,9 durch die Beifügung חסין in diesem Sinne näher erläutert6). — Der Name אלהים cha-rakterisirt, wie in der üblichen Weise ausgeführt wird, Gott als Richter7), was z. B. Jes. 30,18 zeigt. Er wird allgemein für jeden gebraucht, welcher richtet und vorsorgt; deshalb wird er auch den Engeln beigelegt, weil sie über die sublunarische Welt walten. Wenn. Gott Deut. 10,17 אלהי האלהים genannt 9 S. Malmad p. 47a: והחכם שהתחברתי, עמו אמר בו שזה נאמר מפני שהוא השכל המשכיל והמושבי רוצה בו שהוא נראה בעצמו תמיד כאלו הוא נמשל למראה שהיא מראה לעצמה. Levi bringt auch dieses Gleichniss und erläutert es näher, dass Durchsich־ tiges, wie Glas und Luft, die Dinge nicht in sich zeige, wohl aber der Spiegel (הדבר הספורי מביא הנראים ומראה אותם לא בעצמו כעניך באויר והזכוכית אבל להמראה מראה הדברים בעצמה deshalb könne er einen Vergleich für das Wesen von Gottes Denken abgeben; freilich sei das alles nur Phantasiegemälde (דמיון וקרוב). Um Denken, Denkendes u. Gedachtes in Gott anzudeuten, so fügt Levi hinzu, schreibt man für den שם ein ft» 2) אהיה אשר אהיה ist gleich: אני מחויב המציאות אשר אני מהוה המציאות. Es ist die Deutung, die Levi dem Tetragramm giebt. 3) s. Anatoli ibid.: ואפשר שלפי זה ענין תקנו לומר אני והו הושיעה נא 4) (אני והו דבר אחד על בן ראוי לך שתושיעם (שהושיענו cf. More III, 18. 5) שהוא עוצם היכולת 6) cf. More I, 63 sub fin. vgl. den Text p. 34, n. 1. 7) S. Gen. rabba s. 33.