Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 13)
- Language
- German
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36 Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim. Abschnitt; die Erklärung des Tetragramms konnte daher denn auch in demselben bereits ihren Platz finden. Yon einem Wesen, dem Engel Metatron, heisst es1), dass sein Name wie der seines Herren sei; dieser Engel ist der Erdgeist2) (שכל הפועל), der vermittelst dessen, was von Gott auf ihn herabströmt, den irdischen Dingen ihre Eorm giebt3 4). Die Geschichte der Gottesnamen ist . die Geschichte , der Entwicklung des religiösen Denkens, wie aus Ex. 6, 3 ersichtlich ist. Vor Abraham gab es nur Polytheisten; man hielt Gott für einen Sphärengeist 4רוח, הגלגל). Abraham war Henotheist, er nahm nur einen gradueilen Unterschied zwischen Gott und den verschiedenen Bewegern an5), auch jedem der letzteren attribuirte er nothwendige Existenz kraft eigenen Wesens (מחויב המציאות בבחינות עצמן)• Dass er jedenfalls die absolute Notwendigkeit im göttlichen Sein erkannte, erhellt aus der Parallele zwischen Gen. 15, 7 und Ex. 20, 2. Ihm war so Gott ein 6 אל שדי)• Moses war der erste reine Monotheist; denn er begriff• zuerst, -dass das Sein Gottes völlig einzigartig, dass es erste Ursache und Prinzip aller Wesen sei, ganz wie es dann Aristoteles in der Metaphysik näher bestimmt hat. — Es lässt ^sich nicht leugnen, dass diese Ansicht für die damalige Zeit recht originell ist.— Der zweite der Gottesnamen אהיה אשר^אהיה (Ex. 3, 14) kann verschieden erklärt werden, entweder, dass Gott seinem ganzen Inhalt nach ewig unveränderlich bleibe, demnach vor der Erschaffung der Welt derselbe sei wie nach der Er־־ Schaffung,-oder auch dahin, dass Gott vor der Schöpfung existirte und auch nach ihr nicht auf gehört hat7). Für m öglich hält es Levi auch, ף S. Sank 38b. 2) Für diese Identilizirung des'Metatron mit dem Erdgeist cf. Gersonides zu Prooem. 1,8. והאם הוא השכל הפועל .... לזאת הסבה קראוהו ז״ל מטטרון. שהוא אם בלשון רומי. Angedeutet ist sie schon More II, 6, wo der שכל .הפועל der שרו. של עולם (s. Jeb. 16 b u. Chull. 60) genannt wird. Aelinlicli wie Gersonides a. a. 0. leitet unser Autor Metatron von •מטרונא ab; dieselbe Etymologie habe ich bei Bachja b. Ascher zu Ex. 24,1 gefunden: ועל דרך הקבלה עלה אל ד' זהי מטטרון .... והוא אדון ושליה אדון מלשון חכמים שקורץ אל הגברת בעלת ממשלה מטרונה (ed. Pesaro 1514). 3) s. Mischne Tora.vJes. Tora 4,6 und More 11,6. 4) cf. Jak. Anatoli: Malm. ha־T., ed. Lyck, 1866, p. 53b. 5) מציאות התחלות נפרדות כמספר״המתנועעים ושהאחד יותר גדול ונכבד-ותקיף מכולם * * 6) s. More 1,63 sub finem. Nach Levi erkannte so Abraham nur das, was im Tetragramm שם עצם, aber nicht was שם תאר ist. Wahrscheinlich dachte er dabei an Ibn Esra Ex. 6,2: ואין ספק כי האבות ידעו זה השכדשהוא שם העצם רק זה השם הוא התאר לא ידעו. Vergl. auch Kusari, ed. Cassel, p. 91 11. 7) Dieselbe Erklärung bei Abraham ibn Daud: ha-Emuna ha־rama 11,3; die Quelle dürfte im Midrasch z. St. zu linden sein.