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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 1 · p. Seite 31

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 1
Article
Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
Date
1900-01-01
Page
Seite 31 (sequence 8)
Language
German
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Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim. 31 lässigkeit der Wesensattribute einwendet, geht auf die Ausführung des Maimonides zurück, dass die Attribute zur Substanz etwas hinzufügten; sie annehmen heisse daher, in Gott eine Mehrheit setzen (More I, 50 f). Deshalb, so erwähnt Levi hierbei, sei es ein schöner Brauch, vor den 18״ Eigenschaften“ (Ex. 34,6) das yEjw-Gebet zu sprechen, um damit die Ueberzeugung zu bekunden, dass die verschiedenen Handlungen Gottes nicht eine Vielheit von Attributen zur Voraussetzung haben, sondern aus einem untheilbaren Wesen hervorgehen. Im übrigen ist aber von der umsichtigen Kritik der Attributenlehre, die wir an Maimonides bewundern, bei ihm wenig zu finden. Ohne das quid juris zu erledigen, beginnt er sofort mit dem quid facti. Vor allem, so führt er aus, muss die Gottheit unkörperlich und absolut einfach gedacht werden. Das ״Sein im Raume“ (מקום), die Ortsbewegung (העתק) und der Uebergang von der Potentialität zur Aktualität (תנועה), der ja auch an die Materie gebunden ist, sind Gott abzusprechen. Zur Bekräftigung dessen wird die scheinbar widersprechende, inadäquate Redeweise der Bibel näher erläutert; was hierzu vorgebracht wird, ist aber nichts weiter als eine Inhaltsangabe der einschlägigen Stücke im More (I, 26, 46 u. 47,). So ist es z. B. maimunische Exegese, wenn erklärt wird, dass in der Bibel menschliche Organe und Sinnesthätigkeiten Gott nur dann beigelegt sind; wenn sie im alltäglichen Sprachgebrauch eine menschliche Vollkommenheit ausdrücken. Sehen und Hören seien dementsprechend wohl von ihm ausgesagt, nicht aber Schmecken und Tasten, da diese eine grob materielle Berührung bezeichneten. Desgleichen könnten ihm unter den geistigen Vermögen zwar cogitatio (מחשבה) und voluntas (כוונה), jedochnicht phantasia (דמיון), imaginatio (רעיון) und opinio (סברה) bildlich zugesprochen werden, (cf. More 1,45.) In der Deutung einzelner hierher gehörigerBibelverse schliesst RLb A sich theils seinem V orbilde an, wie wenn er etwa für Jer. 31,19 (ytj הם ן) auf Ps. 40,9 u. 11 hinweist (cf. More 1,46), theils tritt er ihm auch entgegen, wie z. B. in der Auffassung von Gen. 6,6. Maimonides hatte die Wendung ויתעצב אל לבך, so wie vor ihm schon Ibn Esra, dahin erläutert, dass Gott ״in seinem Herzen“ zürnte, d. h. dass er seinen Beschluss niemandem verkündete, woneben er freilich auch die Erklärung offen liess: ״der Mensch war widerspenstig gegen seinen (Gottes) Willen.“ (More 1,29). Dem stellt unser Autor drei andere Auslegungen gegenüber, ohne sich aber, wie dies auch sonst seine Gewohnheit ist, für eine bestimmt zu entscheiden. Zunächst weist er auf Hiob 10,8 hin und übersetzt, dieser Stelle analog: ״Gott bereute, dass er den Menschen geschaffen

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