Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Verbotene Thargumim
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829741-2829743-2845435--29713-2845454- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
Vorbotene Thargumim. 3 Mose gegeben, gelangten die Widerspenstigen1) zu ketzerischen Ansichten (indem sie sagten, die Götzenbilder hätten reelle Existenz, Baschi.), wie es heisst: Ich warf es ins Eener, lind es kam dieses Kalb heraus.״ (Meg. 25b. Vgl. auch Thosephta z. St.). Dass nun auch dieses Verbot mit Rücksicht auf die A. h. erlassen worden ist, liegt klar auf der Hand und wird auch schon von Raschi ausdrücklich gesagt. Als Grund dieses Verbotes nimmt jedoch Baschi nicht etwa, wie man erwartet hätte, die Befürchtung an, die betreffenden Worte würden bei den unwissenden und feindlich gesinnten A. h. Schmähworte gegen Ahron hervorrufen, sondern ganz richtig sagt er, die A. h. hätten dem Götzenthum reelle Existenz znsclir eiben können. Es findet sich zwar meines Wissens im T’halmud keine Angabe darüber, dass die A. 11. zum Götzendienste geneigt waren, aber die von ihnen gegebene Beschreibung beweist, dass sie mit den Minim (worunter sowohl Judenchristen, wie Ketzer überhaupt (lövtxoi) zu verstehen sind) in naher Beziehung standen, weshalb äusserste Vorsicht ihnen gegenüber durchaus am Platze war2). Diese Erkenntnis lässt uns vermuthen, dass auch das sub I erwähnte Verbot derselben Befürchtung entsprungen ist. In der That ist der von Baschi angegebene Grund durchaus unwahrscheinlich. Was konnte es den Schriftgelehrien ausmachen, wenn auch Reuben verspottet wurde, und wie viele andere Verbote hätten sie nicht erlassen müssen, wenn sie alle möglichen Schmähreden über alttestamentliche Persönlichkeiten hätten verhindern wollen? Nein, auch hier wollte man vielmehr die Entstehung oder auch nur die Befestigung ketzerischer Ansichten verhindern. Aber gerade die That Beubens war geeignet, jenen Minim für ihre Lehre als eine Stütze zu dienen, welche das Prinzip der Weibergenieinschaft adoptiert hatten3); daher das Verbot der Uebersetzung. III. Der Priestersegen, die Erzählung von David und Amnon (von David mit der Bathseba (Thos.):) dürfen gelesen4) aber nicht übersetzt werden, (ib.) p Die Minim nach der Thosephta z. St. 2) Vgl. Geigers Zeitschrift V, 60 n. R. E. J־. XIII, 38 fg. 3) Vgl. Friedländer, Der vorchristliche jüdische Gnosticismiis, 1898 S. 78 und Anm. 74. 4) Zur Lesart vgl. man Thossephoth Jom Tob zur Stelle, wo bereits das Richtige gesagt ist. 1*