Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 1 · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 1
Article
Verbotene Thargumim
Date
1900-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829741-2829743-2845435--29712-2845453
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

2 Verbotene Thargumim. Uebersetzung der hier in Betracht kommenden Worte gelautet hat: ושמיש עם בלהה (vgl. Ps. Jon. n. Pr. Th. zu Deut. 22,22; 27,21 fgg.), während Onkelos (ed. Berliner) ושכיב ית בלהה übersetzt. Geiger (Urschrift, S. 407 fg.) meint, der Ausdruck שכב עם sei nicht als anstössig betrachtet worden; das mag wohl auf einen Theil des Volkes zutreffen, auf das ganze Volk trifft es sicherlich nicht zu, denn sonst hätte ja unser Verbot keinen Sinn. Vielmehr muss es zu einer bestimmten Zeit eine gewisse Volksklasse gegeben haben, um derentwillen die Gelehrten unsere Bibelstelle öffentVch ins Aramäische zu übersetzen untersagt haben. Diese Volksklasse muss demnach wohl das Aramäische, nicht aber das Hebräische verstanden haben; auch die haggadische Erklärungsweise der Gelehrten, kannte sie nicht. Diese Merkmale sind mehr als hinreichend, um uns sofort die Klasse der Amme ha Arez (עמי הארץ) erkennen zu lassen. Dass der A. h. in der That im Allgemeinen weder von der Bibel noch auch von der Mischnah etwas verstand, ja überhaupt mit den Gelehrten nicht zu verkehren pflegte und in der Begel von grimmigem Hasse gegen dieselben erfüllt war, erfahren wir an zahlreichen Stellen des Thalmud (Vgl. Ber. 47b Sotah 23a Pes. 49b). Sie bildeten die niedrigste, d. h. die am wenigsten gebildete Volksklasse, wie aus der Sotah 4.9a sich findenden Eintheilung des Volkes in 1.) הכימיא 2.) עמא דארעא (.4 חזניא (.3 ספריא hervorgeht. Von diesen Leuten musste man allerdings annehmen, dass sie bei Anhörung der oben erwähnten Uebersetzung nicht nur, wie Raschi meint, spöttische, sondern, wie wir weiter unten sehen werden, sogar ketzerische Aeusserungen machen würden. II. Der zweite Bericht von der Anfertigung des goldenen Kalbes darf gelesen aber nicht übersetzt werden. (Meg. IV, 10.) Es handelt sich hier um die Stelle Ex. 32, 21—25, oder nach der Erklärung Raschis, eigentlich nur um Vers 24 daselbst, wo Ahron sagt, dass, nachdem er das von den Israeliten ihm gegebene Gold ins Feuer geworfen hätte, das Kalb herausgekommen sei. Hierzu sagt nämlich eine Boraitha: R. Simeon ben Eleasar sagte: ״Immer sei der Mensch behutsam mit seinen Antworten, denn infolge der Antwort, welche Ahron dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.