Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Kinder R. Jair Chajjim Bacharachs
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Kinder 11. Ja’ir Chajjim Baeharachs 39 gethan, alle Summen, die im Laufe seiner geschäftlichen Thätigkeit von Juden und Nichtjuden jemals irrthüinlieh x) in seinen Besitz gekommen waren, den Eigenthümern zurück־ zuerstatten. Wie einst vom Propheten Samuel, da er als Greis vor seinem Volke Rechenschaft iiher sein Leben ablegte (1. Sam. 12, 4). so sollte man dereinst auch von ihm sagen können, dass er aus Niemandes Hand Etwas genommen habe, da er nie nach seines Nebenmensehen Vermögen Begehr getragen. So ist Samuel Bacharaeh, wenn auch sein Leben aut anderen Bahnen als das seiner Väter sieh bewegte, wenigstens ihrer würdig aus der Welt geschieden, in der keine selbstverschuldete Nachrede wider ihn Zurückbleiben sollte. Von seiner Familie wissen wir nur, dass sein Sohn Me'ir, der Namensträger seines Schwiegervaters, in jungen Jahren Montag den 4. Februar 1721 in Wien verstarb־). Sicherlich hat den nach der Aussage seiner Grabs eh ritt auch rabbinisch gebildeten Mei'r Bacharaeh die Verwandtschaft seiner Familie zu dem aus Worms stammenden und in allen deutschen Landen bekannten ()berhottactor und Landesrabbiner Samson Wertheimer nach Wien zu übersiedeln bewogen, wo er vor dm־ Zeit hinweggenominell wurde. Nach Wien hatte sich auch hingst bereits der jüngere Sohn R. Jair ChajjiiiVs. Samson Bacharaeh, der Namenstrüger seines Grossvaters, zu dauernder Ansiedelung begehen. Wir finden ihn bereits Anfangs 1703 beimTode seiner Mutter dort eingewandert. Das Verhältnis» zu seinem einzigen und älteren Bruder muss nach dem urkundlichen Zeugnisse, das wir in seinem Briefe an den Gemeindevorstand von Worms:{) vorliegen sehen, ein gespanntes gewesen sein. Samson Bacharach kann sein Erstaunen darüber nicht unterdrücken, dass ihn Samuel unmittelbar nach dem Heimgang(‘ ihrer Mutter zur Verhandlung über den Nachlass stürmisch, als י) Der Ausdruck באס ״טהתעותו עדו — wenn sich iinn gegenüber geirrt haben, ist ein Germanismus, der Niemand wundem wird, der den Verfall des hebräischen Stiles im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland beobachtet hat. Vgl. meine Bemerkungen über R. Jakob Emden, Mtschr. 41. 336. ף L. A. Frankl, Inschriften, N. 339 ist für יום ב' ד' שבט w°kl יום ב' ו' שבט zu lesen. Die falsche Uöberschrift: Samuel, Sohn Chajjim Baeharachs, genügt für den Compilator von 223 •<1 ידעה קדושים Samuel Sanwel Bacharaeh nach Wien zu versetzen, was auch S. Wiener unberichtigt lässt. *) Kaufmann a. a. 0., S. 135.