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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 1
Article
Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
Date
1899-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 I)io rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud. A) Das Gesetz über Gefallenes. Das Fleisch eines Tliieres, selbst ries zum (■(*brauche gestatteten, welches in Folge einer Krankheit gefallen (נבלה) oder im Felde zerrissen worden ist (.טרפד), wird vom Gesetze ausdrücklich als ־etwas Unreines, Infieirenries zum Genüsse verboten. Selbst die Berührung derartigen Fleisches inficirt. Die hieher gehörigen Texte lauten wie folgt: ״Und ihr sollt mir reim‘ Leute sein und Fleisch ries im Felde zerrissenen. (Tliieres) dürft ihr nicht gemessen, sondern sollt es den Hunden verwerten“ (Exori. XXII, BO), ״Ihr dürft keinerlei Aas essen; dem Fremden, der sich an Deinem Thor(‘ auf hält, magst Du es geben, dass er es esse, oder Du magst es einem Ausländer verkaufen, denn Du bist ein dem Ewigen, Deinem Gotte, geheiligtes Volk“ (Deuteron. XIV, 21). ln den angeführten Texten wird das Verbot durch die Idee der Heiligkeit umtivirt, welche als geistiger, ideeller Begriff nicht dem Begriffe der physischen oder körperlichen Unreinheit an die Seite gesetzt werden kann. Dagegen tritt dieses letztere Motiv in den Texten, welche im ]■Juche Levitieus diesem Gesetze gewidmet sind, stärker hervor. Diese Texte lauten: ..Und wenn eines von den Thicren stirbt, die euch zur Speise dienen, so wird derjenige, der sein Aas berührt, unrein bis zum Abend. Und wer etwas von seinein Aas geniesst, muss seine Kleider waschen und bleibt unrein bis zum Abend; und wer sein Aas trägt, muss seine Kleid(‘,!* waschen und bleibt unrein bis zum Abend“ (Levit. XI, B9. 40). ״Und jeder, der Aas oder Zerrissenes geniesst, es sei ein Lanrieseingeborener oder ein Fremder, der muss seine Kleider waschen und sieh baden und bleibt unrein bis zum Abend; dann ist er rein. Wenn (*!־aber (seine Kleider) nicht wäscht und seinen Leib nicht badet, so ladet er Verschuldung auf sich“ (ibid. XVII, 15. 10). Ferner heisst es in einem speeiellen Gesetze über die Beobachtung der rituellen Reinheit durch die Priester: ״Aas und Zerrissenes darf er nicht essen, dass er sich dadurch verunreinigt“ (ibid XXII, 8). Vor allem muss ein beim ersten Blick auffallender Widersprach zwischen den Texten des Exodus und Deuteronomium^ einerseits und denen des Leviticus andererseits beseitigt werden. Aus der ersten Textreihe geht deuilich hervor, dass das Verbot de8 Fleischgenusses eines gefallenen oder zerrissenen

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