Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Die rituellen Keinheitsgesetze׳ in der Bibel und im Talmud. 5 eines in Fol־״(' von Krankheit metallenen oder im Feld(4 zerrissenen Thiores, die Leichname gewisser huiii Genüsse imgeeignete!• Thiene und!Reptilien, Besonders aber der menschliche Leichnam, dem das Gesetz den höchsten Grad der Unreinheit zuschreibt. Ferner gelten als (Quellen der Unreinheit gewisse Krankheiten der Geschleehtssphnre bei beiden Geschlechtern, wie auch «las Wochenbett, welches so oft durch schwere ansteckende Krankheiten hervorgerufene ('oinplicationcn in seinem Gefolge hat; endlich w«‘nl<‘n als (.Quellen der Unreinheit gewisse i lautkrankheiten eingehend beschrieben, deren Symptomatologie uns zwar jetzt nicht ganz deutlich, aber dennoch so prägnant gehalten ist, dass jeder Arzt, der den Text ohne Voreingenommenheit liest, nicht umhin kann, sie in die Uategorie der eontagiösen Hautuussehlüge einzureihen. Ein«1 charaeteristische Eigentlüiinliehkeit des uns interes־־ sireuden Zustandes der ״rituellen Unreinheit“ besteht darin, dass die von ihm betroffenen Personen und Sachen ihn unter gewissen Bedingungen anderen Personen und Sueben, welche mit ilmcn in Berührung kommen, niittheilen, letztere gleichsam ansteckend, sie inticircnd. ln einigen Fällen geschieht die Ansteckung nicht bloss hoi unmittelbarer Berührung mit der t^uclle der Unreinheit, sondern sogar in einer gewissen Entfernung; so z B. thcilt der menschliclie Eeichnam den Zustand der Unreinheit Personen und Sachen mit, die sich in einen! Zelte mit ihm befinden; unter denselben Bedingungen wird die Unreinheit auch auf Nahrungsstoffe übertragen, wenn letztere nicht in hermetisch geschlossenen G«*fassen enthalten sind. Wir sehen ferner, dass Personen und Sachen, welche sieh im Zustande ritueller Unreinheit befinden, sieb zuweilen dieses Zustandes entäussern können, aber nur vermittelst besoliderer Reinigungsprocedurcn. Als Reinigungsagentien dienen immer rein physische Elemente: Wasser, Feuer, ־Asche1); keine Gcbctsforrneln sind bei dieser Gelegenheit festgestellt, wie wir es z. B. bei den Keinigungsproceduren sehen, di«5 von der Religion Zoroasters vorgeschrieben werden, wo die ״rituelle Reinheit“ ebenfalls «ine höchst wichtige Rolle spielt, wo sie aber einen rein geistigen Character trägt nud der An- Wesenheit besonderer böser Geister oder ״dew’s“ auf den ') In einigen Fällen dient Vogolblut als Desinfectionsmittel, worin man indoss nichts Uebernatürliches sehen darf; Vogelbiut galt im Alterthun) als wichtiges Heilmittel bei Hautkrankheiten, wie aus einigen Recepten im Papyrus Ebers hervorgeht.