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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 1
Article
Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
Date
1899-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Di«» rituellen Reinheitsgesetzo in der Bibel und im Talmud. vorauszuschicken. Be i unserer Untersuchung werden wir stets vom traditionellen S' 1;te ausgehen, welcher das Fiinfbueh Moses als einheitliche, ein Ganzes bildende ^*tittliolu* (Jesetzgcbung betracht(»!, im Gegensätze zur Ansicht der mod(»rm»n Bibclkritiker, welch(‘ in ihm ein Conglomerat von verschiedenen (Codices mit verschiedenen Richtungen zu sehen geneigt sind. < )!)gleich durchweg auf Wissenschaftliebem Boden stehend, halten wir uns dennoch nicht für verpilichtet uns jedesmal mit den Bibelkritikern in eine. Polemik über diese Frage einzulassen. Besteht ja unser(» Aufgabe darin, das Verhältnis« der mündlichen Lehre zum schriftlichen Gesetze festzustellen, und folglich müssen wir schon aus diesem (!runde letzteres so betrachten, wie es die Schöpfer der mündlichen Lehre gethan haben. Zum Schluss(‘ sei es uns noch gestattet, einige Worte über den von uns zuerst gebrauchten Terminus ..rituelle Reinheitsgesetze“ zu bemerken. 1 >ie allgemein übliche Be- Zeichnung der uns hier beschäftigenden (!0,setze als ״levitiseher Reinheitsgesetze“ scheint uns schon dosswogen unpassend zu sein, weil sie zur Annahme Veranlassung giebt, dsss diese {Jesetze nur für die beim Tempeldienste befindlichen Leviten obligatorisch wa*ren und nur von ihnen beobachtet wurden. Wir werden indes« weiter sehen, dass dies«» Gesetze für das ganz(» Volk verbindlich waren und vom ganzem Volke mehr oder weniger befolgt wurden. Die Bezeichnung dieser Gesetze als ,.levitiseher“ kann höchstens in dem Umstande ihre Berechtigung finden, dass (»in bedeutender Theil derselben im Buche ,.Leviticus“, d. ik im dritten Buche Moses, enthalten ist, obgleich nicht wenige hielier gehörige Bestimmungen auch in den andern Büchern des Pentateuchs zerstreut sind. I. Die Quellen der rituellen Unreinheit. Mit dem eilften Capitel des dritten Buches Moses wird die Beschreibung einer ganzen Reihe rein physischer Bedingungen eröffnet, unter deren Einfluss Personen und Sachen in (‘inen besondern instand gelangen, den der Gesetzgeber durch die Bezeichnung ״Unreinheit“ (.מומאר) charakterisirt. Bei näherer Betrachtung ergiebt es sich, dass in einer bedeutenden Anzahl von Fällen (jedoch, nicht in allen) die Quelle dieses Zustandes entweder Krankheit oder Tod ist. So z. B. gelten als Quellen der Unreinheit: der Leichnam D53D

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