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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-10-01 · Heft 1 (Oktober 1896) · p. Seite 42

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 1 (Oktober 1896)
Article
Jüdische Alterthümer in Speier
Date
1896-10-01
Page
Seite 42 (sequence 18)
Language
German
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42 .Jüdische Alterthümer in Speier. 1084 gründeten die Mainzer Auswanderer die erste jüdische Gemeinde in Speier. Sie hatten ihre Quartiere in der inneren Stadt, und in der Vorstadt Altspeier. Ihre Synagoge in der Stadt wurde vor 1006, die in Altspeier 1104 erbaut. Den Bau der letzteren Synagoge hat der Synagogeu-Bericht zum Gegenstände. In Altspeier befand sich seit 1084 das Lelirhaus des Jehuda b. Kalonymos, und unweit von dieser Vorstadt lag <E־r Friedhof. Seit 1340 durften die Juden nicht mehr in Altspeier wohnen, daher ist jede Spur von dem Lehrhause und der dortigen Synagoge verschwunden. Ich kann diese Abhandlung nicht schliessen, ohne den edlen Bischüfen Rüdiger und Johann ein ,,gesegnet sei das Andenken der Gerechten‘' zuzuruten. Ihre humane Behändlang der Juden ist wegen der Zeit, in ,welche sic fallt, nicht hoch genug anzuschlagen. Die Christenheit war von einer beispiellosen religiösen Ekstase ergriffen; die Menschen suchten In der That findet sich dos Wort משפיריא nicht bei Eleasar Rokeaeh (.מצריף לחסמד» S. 42), der die älteste Quelle für die Einwanderung der Kalonymiden ist. Vielmehr sagt er von eämmtlichen Einwanderern: ודרג״בם במננצא• Ferner wird in Xizzachon vetus (Wagenseil, Tela lgnoa, p. 41) erzählt: Heinrich habe, nachdem er den Dom in Speier vollendet hatte, um Kalonymos ״in Speier“ geschickt und ihn gefragt, ob denn der Dom nicht den Tempel Salomonis übertreffe, von dem man so viel Wesens macht. Wagenseil denkt an Heinrich III. (starb 1056). Zunz (Gesch. 11. Eit. S. 85) setzt die Unterredung um das Jahr 1050 an. Aber zu jener Zeit war der Dom keinesfalls fertig, vielmehr gerieth. damals der Bau in’8 Stocken (Giesebrecht, Gesch. der deutschen Kaiserzeit II, 462. 482.) Die Regierungszeit Heinrich III. ist überhaupt ausgeschlossen, denn der Dom wurde erst unter Heinrich IV. fertiggestellt und ausgestattet (S. Meyer-Schar tau, Speierer Dom etc., 44). Wiener (Monatsschrift XII, 162) bemerkt, die Unterredung könne nicht vor 1061 stattgefunden haben, denn der Dorn wurde erst in dem erwähnten Jahre eingeweiht. Aber auch 1061 ist zu früh, denn damals stand Heinrich IV. im Alter von II Jahren, und der Knabe wird sich schwerlich um solche Fragen gekümmert haben. Die Unterredung könnte nur nach der überaus reichen Ausschmückung stattgefunden haben, welche Heinrich IV. in den letzten Jahren des 11. Jahhunderts am Dome vorgenommen hatte (Lehmann, Buch V, c, 38). Kalonymos könnte der Dichter Kal. b. Jehuda, oder Kal. der Alte sein. Uebrigens scheint die Unterredung erdichtet zu sein. Ein ähnliches Gespräch soll auch Basiläus I. mit dem Pa'itan Schefatja über die Sophien-Kirche und den Tempel geführt haben (סי יוחסין^ in Neubauer’s Anecdota Oxoniensa II, 116), Verschiedene Männer Namens Kalonymos standen in persönlichen Beziehungen zu deutsehen Kaisern, s. über Kalonymos und Otto II. Bresslau* Zeitschrift für Gesch. d. Juden in Deutschland I, 157, über Kalonymos b. Meschullam und Heinrich IV. Hebr. Berichte, S. 89, über Kalonymus b. Meir und Friedrich Barbarossa Wiener a. a. 0. S. 166. Eine Sage über Kalonymos und den Kaiser bringt Brüll, Jahrbücher, IX, 35.

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