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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-10-01 · Heft 1 (Oktober 1896) · p. Seite 40

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 1 (Oktober 1896)
Article
Jüdische Alterthümer in Speier
Date
1896-10-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
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40 Jüdische Alterthümer in Speier. unterschrieb. Er wurde auf seinen Wunsch in Mainz, wo seine Eltern ruhten, bestattet1). Mit den genannten Männern wurde die Mainzer Gelehrsamkeit mich Speier verpflanzt, und als die Mainzer G׳*- meinde durch den ersten Kreuzzug vernichtet war, übernahm Speier ihre leitende Kollo auf dem Gebiete der rabbimsehon "Wissenschaft. Eie Gelehrten Speier's dominirten auf diesem Gebiete das ganze 12. Jahrhundert hindurch. In Speier wirkten und lebten: die familio Kalonymos’ des Alten, Meir, David und Jehuda, die Sühne Kalonymos’ des Vorstehers: Simcha b. Samuel: Isaac b. Ascher Ilalevi und sein Schüler Schemarja b.. Murdechai, aus deren Tossaphisten-Schule die meisten Gelehrten Deutschlands hervorgingen; und viele Andere. Die talmudische Wissenschaft wurde in Speier nicht nur erhalten, sondern auch weitergeführt und organisch entwickelt. Die genannten Gelehrten führten den Bau auf, zu dem die Mainzer den Grund gelegt hatten. Durch ihre Commentare־) machten die Mainzer den Talmud verständlich und zugänglich: die Gelehrten Speier’s behandelten ihn kritisch und wissenschaftlich. Sie gingen auf seine Quellen ein und erklärten die Mechilta (Simcha b. Samuel), den Sifra (Samuel he-Chassid, der genannte Simcha und ein Anonymus in Cod. München 59) und den Sifre (Meir b. Kalonymos). Jehuda b. Kalonymosschrieb das grosse talmudische Lexikon יחושי תנאים ואמוראים und andere methodische Arbeiten. Isaac b. Ascher und seine Schüler schrieben weitgehende Tossaphot zu dem Talmud. In allen diesen Werken herrscht ein gesunder kritischer Sinn, der die Parallehstellen vergleicht, die Texte richtigstellt, und Kegeln der rabbinischcn Methodik festzustellen sucht3). Auch die Mystik, welche die Kalonymiden nach Mainz mitgobrackt hatten, wurde in Speier und hauptsächlich durch die Nachkommen Kalonymos’ des Alten weitergeführt, und bei Jehuda he-Chassid und seinem Schüler Eleasar Rokeach zum Abschluss gebracht. Die deutsche Mystik ist ein Conglomerat von Ideen, welche den orientalischen Schriften: Hechalot, Masse Bereschit, ג) Siehe über Kalonymos und seine Nachkommenschaft meine Arbeit über das Lexikon יחוש• תנאים ואמוראים, Monatsschrift, Band 39, S. 447 ff., Separatabdruck 8. 8 ff. 2) S. meine erwähnte Arbeit in der Festschrift zum 80. Geburtstage 31. Steinschneider*«, S. 135. Elieser b. Natan sagt über Mainz: ♦ ♦ «> וקנים משער שבתו . . . הי טעמך וקווצות תלתליך מי יבאר לשוני (Hebr. Ber., 40). 3) S. meine Arbeit über das Lexikon יחוסי תנאים ואמוראים.

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